Rotenburg (Wümme). Seit August 2023 wird am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg die Extrakorporale Membranoxygenierung, kurz ECMO, eingesetzt. ECMO ist der Begriff für ein Ersatzverfahren für Herz und/oder Lunge bei schwerstkranken Patienten und wird im Volksmund auch Herz-Lungen-Maschine genannt. Nun wurde im Zentrum für Intensivmedizin die 50. ECMO-Behandlung durchgeführt – ein besonderer Meilenstein für das multiprofessionelle Team unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. W. Alexander Osthaus.
Die ECMO ist ein hochspezialisiertes, intensivmedizinisches Verfahren, das bei schwerstem Lungen- oder Kreislaufversagen eingesetzt werden kann. Dabei wird Blut außerhalb des Körpers über ein technisches System mit Sauerstoff angereichert und von Kohlendioxid befreit. Je nach Krankheitsbild kann die ECMO vorübergehend die Lunge, den Kreislauf oder beide Systeme unterstützen. Wichtig dabei: Die ECMO heilt nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung, sie kann dem Organismus und dem Behandlungsteam jedoch wertvolle Zeit verschaffen, um die zugrundeliegende Erkrankung gezielt zu behandeln.
Am Diakonieklinikum kommen beide etablierten ECMO-Verfahren zum Einsatz: die Unterstützung bei schwerem Lungenversagen sowie die Unterstützung bei schwerem Kreislaufversagen, beispielsweise bei kardiogenem Schock oder Reanimationen. Darüber hinaus wird die ECMO-Technologie bei ausgewählten Eingriffen an der Bauchaorta eingesetzt, um die Durchblutung der unteren Körperhälfte und Extremitäten zu unterstützen. Zum Einsatz kommt dabei in Rotenburg die CARL-Technologie der Firma Resuscitec.
„Die 50. Behandlung ist für uns ein besonderer Meilenstein. ECMO ist hochkomplexe Intensivmedizin und erfordert viel Wissen, Aufmerksamkeit und Handlungssicherheit“, erklärt Nils Weseloh, pflegerische Leitung des ECMO-Teams. „Dass wir dieses Verfahren hier in Rotenburg anbieten können, ist nur durch eine starke multiprofessionelle Zusammenarbeit möglich – zwischen Pflege, Ärzteschaft, Physiotherapie und allen weiteren beteiligten Fachbereichen.“
Prof. Dr. W. Alexander Osthaus, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin, ergänzt: „Dass wir die für ECMO-Zentren geforderten Fallzahlen voraussichtlich bereits in diesem Jahr erfüllen werden, zeigt eindrucksvoll, dass dieses Angebot in unserer Region benötigt wird. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet das einen schnelleren Zugang zu hochspezialisierter Intensivmedizin vor Ort.“
BUZ: Anlässlich der 50. ECMO-Behandlung erhielt das Team um Prof. Dr. W. Alexander Osthaus (Mitte), Dr. Max Fröhlich (links) und Nils Weseloh eine Urkunde. Foto Diakonieklinikum