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Neue Beleuchtung für Moorbahngelände: Betrieb wird sicherer

Burgsittensen. Es ist kurz nach Sonnenuntergang, das Tister Bauernmoor versinkt im Grau. Wo tagsüber Kraniche ihre majestätischen Runden ziehen, herrscht jetzt tiefste Dunkelheit. Auf dem Parkplatz am Eingang des Naturschutzgebiets tasten sich die letzten Besucher des Tages vorsichtig zurück zu ihren Autos. Der Schotter ist uneben. Ein Stolpern, ein Fallen – und der Ausflug ins Moor endet im Notarztwagen. Noch. Denn der Verein Moorbahn Burgsittensen e.V. hat endlich die Mittel bekommen, diesen Zustand zu beenden.

Das Tister Bauernmoor, rund 50 Kilometer südlich von Hamburg gelegen, ist eine der stillen Schönheiten Niedersachsens. Im Jahr 2001 zum EU-Vogelschutzgebiet erklärt, ein Jahr später als Naturschutzgebiet ausgewiesen, zieht es Naturfreunde, Ornithologen und Familien gleichermaßen an. Eine Fahrt mit der kleinen Moorbahn gehört zu den besonderen Erlebnissen der Region: Wer einsteigt, erfährt auf der Fahrt durch das Moor, wie hier früher Torf abgebaut wurde, wie die Renaturierung voranschreitet – und kann vom Aussichtsturm aus Kraniche beobachten, die in der Dämmerung einziehen.

Betrieben wird alles ehrenamtlich. Jedes Wochenende, jede Sonderfahrt, jede Reparatur – organisiert und ausgeführt von Vereinsmitgliedern, die dafür keinen Cent bekommen. Was viele Besucherinnen und Besucher nicht sehen: Wenn der letzte Fahrgast das Gelände verlässt, arbeiten die Ehrenamtlichen oft noch weiter. In der Dunkelheit.

„Wir sparen Strom – und tun was für die Umwelt“

Friedhelm Gahlau ist der stille Motor hinter einem Verein, der ohne ihn nicht laufen würde. Seit Jahren kümmert er sich als erster Vorsitzender um die Moorbahn Burgsittensen. Die fehlende Beleuchtung auf dem Parkplatz und entlang der Wege hat ihn schon lange beschäftigt. „Mit der neuen Beleuchtungsanlage sparen wir nicht nur Strom, sondern tun auch was für die Umwelt“, sagt er. Für Gahlau ist das Projekt mehr als ein technisches Upgrade. Es ist eine Aussage: Das Moor ist es wert.

Entscheidenden Durchbruch brachte Europa

LEADER heißt das EU-Programm, das ländliche Regionen bei ihrer Entwicklung unterstützt. Doch das Geld landet nicht einfach auf dem Konto eines Vereins. Zunächst muss die Lokale Aktionsgruppe Börde Oste-Wörpe – ein Zusammenschluss der vier Samtgemeinden Selsingen, Sittensen, Tarmstedt und Zeven – über die Förderwürdigkeit entscheiden. Die Moorbahn hat diese Hürde genommen.

Dann übernimmt Verden. Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) stellt am Ende auch den Förderbescheid aus – erst danach darf ein Projekt beginnen. Das Ergebnis: 65 Prozent der förderfähigen Kosten, rund 16.500 Euro, werden übernommen. Den Rest teilen sich Verein und Gemeinde zu je etwa 4.300 Euro. Für einen kleinen Verein ist das der Unterschied zwischen Möglichkeit und Stillstand.

Die Umsetzung begann bereits im Spätherbst. Doch dann kam auf einmal der Winter, der alles verzögerte. Sechzehn neue Masten werden gesetzt: elf Straßenlaternen entlang der Wege und des Parkplatzes, fünf weitere Leuchten rund um das Empfangs- und Cafégebäude. Für die Erdkabel müssen Gräben ausgehoben werden – eine Arbeit, die lange dauert.

Rene Montag ist derjenige, der den kleinen Bagger bedient. Wer ihn bei der Arbeit beobachtet, versteht schnell: Hier macht jemand seinen Job nicht nur gut – er liebt ihn. Meter für Meter zieht er die Gräben durch das Gelände, präzise, ohne Umwege. Jens Witte ist an seiner Seite, wie immer wenn Hilfe gebraucht wird. Und Friedhelm Gahlau hat den Überblick.

Licht, das nicht stört

Besonders durchdacht: Bei der Wahl der Leuchtmittel hat der Verein bewusst auf insektenfreundliche Technik gesetzt. Denn das Moor ist kein gewöhnlicher Parkplatz. Die neue Beleuchtung soll Sicherheit bringen – aber das empfindliche Ökosystem nicht belasten. Warmweißes, gerichtetes Licht statt grellen Flutlichts; Leuchten, die nach unten strahlen und Insekten nicht anziehen.

Es ist diese Sorgfalt, die das Projekt über sich hinauswachsen lässt. Technisch ist es überschaubar: 16 Masten, viele Meter Kabel, ein paar Wochen Arbeit. Symbolisch aber steht es für etwas Größeres – für den Anspruch, Naturschutz und Besuchererlebnis zusammenzudenken, statt gegeneinander auszuspielen.

Irgendwann in den nächsten Wochen wird Friedhelm Gahlau abends über das Gelände laufen und den Schalter umlegen. Die neuen Laternen werden angehen, eine nach dem anderen. Der Parkplatz wird sicher sein. Die Wege werden hell beleuchtet sein. Das Moor im Hintergrund bleibt dunkel – so wie es sein soll.

ZUM PROJEKT

Gesamtkosten: rund 25.000 Euro; LEADER-Förderung (65 Prozent): etwa 16.500 Euro; Eigenanteil Verein und Gemeinde: je rund 4.300 Euro; Neue Masten: 16 (davon elf Straßenlaternen); Leuchtmittel: LED, insektenfreundlich. Fotos Brückner

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