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Mensa Ostetalschule: Mittagessen wird zu wenig genutzt

Sittensen. Die Mensa der Ostetalschule KGS Sittensen hat mit einer zu geringen Auslastung zu kämpfen. Für die Samtgemeinde Sittensen als Schulträger bedeutet das hohe Kosten. Schulleiter Sven Evers hat jetzt dem Schulausschuss ein neues Nutzungskonzept vorgestellt. Damit soll sowohl die Schülerschaft als auch das Kollegium motiviert werden, dass Essensangebot mehr anzunehmen.

Allen Beteiligten ist klar, dass die Situation der Mensa, was die Frequenz des Mittagsangebotes angeht, verbesserungswürdig ist. Soll sich der Betrieb rechnen, ist die Häufigkeit der Inanspruchnahme entscheidendes Kriterium. Ausschussvorsitzender Tilmann Hauenstein machte denn auch eingangs der Sitzung deutlich, dass der allgemeine Wunsch besteht, dass „der schöne Raum mehr belebt wird und die Angebote mehr angenommen werden.“ Die Problematik besteht nach seinen Worten auch darin, dass die Supermärkte in der nahen Umgebung der Schule eine Konkurrenz zur Mensa darstellen.

Das bestätigte der Schulleiter. Er verhehlte auch nicht, dass es nach wie vor „große Probleme gibt, die Schülerinnen und Schüler sowie die Kolleginnen und Kollegen an den Mittagstisch zu bekommen.“ Von 12.30 bis 14 Uhr gibt es das Angebot eines warmen Mittagessens in Form von verschiedenen Gerichten. „Für wenig Geld, nur vier Euro pro Gericht, für Lehrkräfte 4,50 Euro“, betonte er. „Wir sind bei dem Preis geblieben, trotzdem werden die Konkurrenzangebote mehr in Anspruch genommen. Wir haben nur etwa 50 Essen pro Mittag.“ Das sei eindeutig zu wenig. Von insgesamt 1200 Schülerinnen und Schüler verlassen laut Evers indes rund 800 Schüler die Schule, ohne den Ganztag und ein Mittagessen zu nutzen. Die Schule bietet einen offenen Ganztag an, so dass nachmittags kein Pflichtunterricht stattfindet. Aus der Sekundarstufe 1, die Klassen fünf bis zehn, sind am Nachmittag etwa 100 Kinder da, gut 50 essen in der Mensa. Die rund 250 Oberstufenschüler, die nachmittags in der Schule sind, nutzen eher weniger die Mensa.

Die anwesenden Schülervertreter erklärten auf Nachfrage, dass es nicht um die Essensqualität gehe, aber das „Angebot drumherum“ sehr gut sei. „Wir müssen uns wahrscheinlich neu angewöhnen, die Mensa mehr zum Essen zu nutzen und nicht nur zum Arbeiten“, so die Schüler.

Frühstücksangebot besser frequentiert

Seit dem neuen Schuljahr gibt es montags bis mittwochs zusätzlich ein Frühstücksangebot – von 9.20 bis 14 Uhr belegte Brötchen, Müsli, Laugengebäck, Obst und milchhaltige Getränke. 80 bis 90 Schülerinnen und Schüler nutzen Evers zufolge dieses Angebot: „Wir erhoffen uns davon einen Klebeeffekt, so dass auch vermehrt mittags in die Mensa gegangen wird. Wir merken, die Mittagessenzahl steigt an, aber eben sehr langsam.“

Evers zufolge sind die Werbemaßnahmen zur Mensanutzung geändert worden. So sind Aufsteller postiert worden, dass man auch spontan zur Mensa gehen kann, ebenso ist auf der Schul-Homepage und im Intranet IServ das Mittagsangebot aufgeführt.

Personelle Situation

Der Schulleiter ging auf die personelle Situation ein. In der Mensa sind drei ehemalige Reinigungskräfte ohne hauswirtschaftliche oder kaufmännische Ausbildung tätig. Sie erwärmen in Konvektomaten das gelieferte, tiefgefrorene Mittagessen und schmieren Brötchen. Er betonte, dass die Frauen sehr bemüht und auch im Umgang mit den Kindern sehr zugewandt seien. „Aber es fehlt an berufsfachlicher Qualifikation in der Hauswirtschaft. Unterstützung geben wir durch eine Sekretärin und eine Kollegin. Aber notwendige Veränderungen, neue Ideen und wirtschaftliche Planung muss eigentlich vom Personal kommen“, befand Evers.  

Hoffnung auf Klebeeffekt

Ab dem Schuljahr 26/27 sollen alle fünften Klassen mindestens einmal pro Woche in der 5.,6. oder 7. Stunde gemeinsam in der Mensa zu Mittag essen. „Allerdings können wir die Kinder nicht verpflichten, das Mittagessen zu kaufen. Aber wir versprechen uns schon einen großen Klebeeffekt, wenn die Kinder erkennen, dass es gar nicht so uncool ist, dort zu essen“, verdeutlichte Evers. So sei zu hoffen, dass die Anmeldezahlen gesteigert werden könnten.

Ausschussmitglied Dirk Detjen wollte aufgrund von Hörensagen wissen, ob die Schüler genug Zeit hätten, um in der Mensa zu essen. Das verneinte Evers entschieden. Die Kinder hätten eine Stunde Zeit zum Essen.  

Kostendeckung ist Knackpunkt

Es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Oftmals ist nicht klar, welche Kosten für ein Schulessen anfallen. Die Kostendeckung ist der Knackpunkt. Das machte auch Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller unmissverständlich klar: „Die Kosten müssen runter. Das ist alternativlos. Die Frequenz muss gesteigert werden. Um nur annähernd kostendeckend zu arbeiten, müssten eigentlich sieben bis acht Euro pro Essen erhoben werden. Da will natürlich keiner hin. Wir müssen nun proaktiv gucken und die Kosten unter Kontrolle bringen. Die Personalkosten dürfen aber auf keinen Fall hochgehen.“

Dirk Detjen fand deutliche Worte: „Im Privaten würde man von einem Rohrkrepierer sprechen. Wir haben eine Menge Geld investiert in den Mensabau. Nun nutzen das Mittagessen nicht mal zehn Prozent. Sicher ist das Konkurrenzangebot groß. Aber auf diesem Leven ist der Betrieb kaum tragbar.“

Der Schulleiter wies darauf hin, dass im Rahmen der Ganztagsschule Essen angeboten werden müsse. Tilmann Hauenstein fasste zusammen: „Wir müssen überlegen, wie wir unterstützen und zusammenarbeiten können. Aufgabe der Samtgemeinde ist es, die Struktur zu stellen, das Gebäude zu finanzieren und Personal zu stellen. Da eine Berentung im jetzigen Personal bevorsteht, ist über eine qualifizierte Nachbesetzung nachzudenken. Aber trotzdem sind die Kosten im Blick zu behalten.“

Detaillierte Kostenkalkulation

Miriam Schleeßelmann sprach sich für die Aufstellung einer detaillierten Kostenkalkulation aus. Transparenz sei unerlässlich. Dirk Detjen pflichtete ihr bei. Wichtig sei ein Vergleich zwischen den jetzigen und den aktuellen Zahlen. Darüber soll in den kommenden Haushaltsberatungen im Herbst beraten werden. Ralf Osterholz regte noch das Einholen von Erfahrungswerten aus den umliegenden Schulen an.

Der Schulleiter zeigte sich dennoch optimistisch, dass durch die geplanten Maßnahmen und die gute Frequenz am Frühstücksangebot die Nutzung des Mittagessens gesteigert werden kann. (hm) 

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