Sittensen. Der Rat der Samtgemeinde Sittensen hat einvernehmlich beschlossen, dem DRK-Kreisverband Rotenburg-Bremervörde e.V. die Trägerschaft für das sich im Aufbau befindliche Familienzentrum zu übergeben.
Es befindet sich im Büro des Seniorenbeirates „Am Markt“ in Sittensen. Der Vorstand des Beirates steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Vorsitzender Horst Tiedemann: „Wie begrüßen das. Uns schwebt ja schon seit langer Zeit ein Mehrgenerationenhaus vor, in dem sich Jung und Alt treffen können. Dieser Schritt ist ein guter Ansatz dafür, dass sich bei uns nicht nur die ältere, sondern künftig auch die jüngere Generation wiederfinden kann.“
Auf seine Nachfrage nach Umbauarbeiten klärte Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller auf: „Die Räumlichkeiten sollen lediglich kindgerecht und etwas barrierefreier hergestellt werden. Es handelt sich nur um niedrigschwellige Arbeiten, auch im Sanitärbereich, die keine hohen Kosten verursachen. Alle sollen sich dort wohlfühlen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Räumlichkeiten noch die nächsten fünf Jahre in dieser Form genutzt werden.“
Grundsätzlich steht der Rat den Planungen sehr wohlwollend gegenüber. Bernd Petersen sprach von einem „gewissen Risiko finanzieller Art“, dennoch solle man es eingehen, denn der Aufbau einer solchen Einrichtung sei eine gute Sache und wichtig für Sittensen.
Diedrich Höyns: „Ich bin davon überzeugt, dass Probleme, die dort frühzeitig erkannt und im Rahmen der Hilfe in den Familien geregelt werden können, zu einer Entlastung der Schulen in der Samtgemeinde führt. Deswegen ist das ein gut angelegtes Finanz-Invest und in meinen Augen eine gute Chance für die Zukunft.“
Miriam Schleeßelmann untermauerte nochmals die Bedeutung einer solchen Einrichtung: „Junge Familien brauchen oft Unterstützung, weil viele Fragen offen sind. Die tauchen dann bei den Kita-Leiterinnen oder den Erzieherinnen auf. Für das Personal der Samtgemeinde ist das eine Entlastung, wenn es einen fachlich kompetenten Ansprechpartner gibt. Diese Lücke fehlt hier einfach.“
„Das ist eine Super-Sache“, pflichtete Dirk Detjen bei. „Wir können uns glücklich schätzen, dass das DRK bereit ist, was in Sittensen zu machen. Die Chance sollten wir nutzen und durchstarten.“
Bislang betreut das DRK zwei Familienzentren im Landkreis Rotenburg/Wümme, unter anderem in Zeven. Mit Sittensen entsteht die dritte Einrichtung.
In der Sitzung des Ausschusses für Generationen, Migration/Integration und Soziales im November letzten Jahres wurde das Konzept eines Familienzentrums von den Kita-Leiterinnen Cyra Albers und Dagmara Stahmer vorgestellt. Demnach übernehmen sie quasi jetzt die Beratungsfunktion, was zeitlich und personell in der geforderten Ausprägung nicht leistbar ist. „Es soll ein Anlaufpunkt für junge Familien werden, die Hilfestellung in verschiedenen Bereichen brauchen. Insofern steht bei der geplanten Einrichtung noch nicht der Mehrgenerationengedanke, sprich die ältere Generation, im Fokus“, erläuterte der Samtgemeindebürgermeister.
Was die grundsätzliche Gestaltung des Bereiches Am Markt angeht, merkte Bürgermeister Diedrich Höyns an, dass der Bereich im Förderprogramm Lebendige Zentren aufgenommen sei, aber die Umsetzung konkreter Planungen noch ein paar Jahre dauern könnte. Der Mehrgenerationengedanke mit einer Zusammenführung von Jung und Alt sei vorgesehen. Im Rahmen des Förderprogrammes sei es auch möglich, dafür geeignete Räumlichkeiten zu bieten.
Ausschussvorsitzender Harald Schmitchen führte aus, dass bereits 5.000 Euro in den Haushalt 2026 eingestellt wurden. Für die Folgejahre wurde die gleiche Summe berücksichtigt.
Das Personal wird vom DRK gestellt. Dazu gibt es einen Finanzierungsplan. Die Samtgemeinde stellt nur das Gebäude zur Verfügung. Es ist erforderlich, einen sogenannten Defizitvertrag zwischen dem DRK und der Samtgemeinde zu schließen. Der Bürgermeister ist nun entsprechend mit der Unterzeichnung beauftragt worden.
Die finanzielle Belastung für die Samtgemeinde beträgt 5.000 Euro in diesem Jahr, 6.597,97 Euro in 2027 und 6.889,93 Euro in 2028. Falls die vom DRK eingeplanten Fördermittel nicht fließen, kann sich das Defizit erhöhen und müsste von der Samtgemeinde getragen werden. Nach Ablauf von drei Jahren kann der Vertrag erstmalig gekündigt werden.
Das Gremium ist jedoch optimistisch gestimmt, dass aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit den bestehenden Familienzentren in der Trägerschaft des DRK eine finanzielle Mehrbelastung nicht eintreten wird. (hm)
BUZ: Im Büro des Seniorenbeirates an der Straße Am Markt in Sittensen wird die Anlaufstelle für das Familienzentrum eingerichtet. Foto Meyer