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SPD im Landkreis Rotenburg verabschiedet Kreiswahlprogramm

Hesedorf. Die SPD im Landkreis Rotenburg (Wümme) ist zu einem außerordentlichen Unterbezirksparteitag in Hesedorf zusammengekommen. Im Anschluss an die Wahl der Kreislisten beschlossen die Delegierten offiziell das neue Kreiswahlprogramm für die kommende Legislaturperiode. Besonderheit: Es wurde im Januar im Rahmen eines Zukunftsforums gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern mit Leben und konkreten Anliegen gefüllt.

Die Co-Vorsitzenden der Kreis-SPD, Ina Helwig und Sebastian Brandt – beide besetzen die Spitzenplätze auf den Kreiswahllisten der Bereiche 2 und 3 -, brachten das Programm sichtlich stolz in den Parteitag ein. In ihrer gemeinsamen Ansprache hoben sie die enge, solidarische Zusammenarbeit zwischen der Kreistagsfraktion, dem Unterbezirksvorstand und der Bevölkerung hervor.

„Wir haben den Menschen vor Ort zugehört, denn Politik darf nicht in Hinterzimmern am grünen Tisch entstehen. Das, was wir hier gemeinsam erarbeitet haben, bewegt die Leute im Landkreis wirklich – es geht um ihre echten Sorgen und Hoffnungen. Das ist kein theoretisches Parteiprogramm, sondern unser verbindliches Arbeitspapier für die kommende Legislatur im Landkreis Rotenburg Wümme“, so Helwig.

„Die kommenden Jahre bringen großen Wandel, aber wir packen diese Aufgaben mutig und gemeinsam an. Solidarität und soziale Gerechtigkeit sind dabei unser fester Kompass. Wir treten an für einen starken, nachhaltigen Landkreis, in dem niemand zurückgelassen wird. Wir bleiben stark gegen Hass und Hetze. Wir machen Politik für den ganzen Kreis – aus Liebe zum Wir“, ergänzt Brandt.

In einem emotionalen und kämpferischen Grußwort stimmte der Fraktionsvorsitzende Bernd Wölbern die Partei auf die kommenden 128 Tage des Kommunalwahlkampfs ein. Wölbern erteilte jeglichen Ausflüchten oder dem Verweisen auf bundespolitische Umfragewerte eine klare Absage: „Ich habe keine Lust auf ‚Mimimi‘ oder ‚aber die da oben‘-Ausreden. Viele Menschen zählen auf uns. Wir haben Verantwortung. Und die nehmen wir ernst.“ Wölbern betonte, dass in Zeiten von Verunsicherung und schwindendem Vertrauen in die Demokratie eine klare Erzählung von Gemeinschaft und Orientierung notwendig sei. Dies gelinge nicht durch digitale Schlagworte, sondern durch echtes Zuhören und den analogen Dialog auf Augenhöhe. Für die politische Arbeit der SPD im Landkreis definierte er drei unumstößliche Grundwerte: Solidarität, Verantwortung und Ehrlichkeit.

Die Kernpunkte des Wahlprogramm im Überblick

Das verabschiedete Kreiswahlprogramm setzt auf eine sozial gerechte, wirtschaftlich starke und nachhaltige Entwicklung der Region. Kernbestandteile des Programms sind unter anderem:

● Bezahlbarer Wohnraum: Wohnen wird als Menschenrecht verstanden. Die SPD treibt die Gründung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft voran und fordert eine verbindliche Quote von mindestens 20 Prozent Sozialwohnraum in kommunalen Neubaugebieten.
● Klima und lokale Wertschöpfung: Der Ausbau erneuerbarer Energien wird konsequent verfolgt. Kommunale Dach- und Parkplatzflächen sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Die Verantwortung der Politik: Die Erlöse und der Mehrwert aus Wind- und Solarenergie müssen vor Ort bei den Kommunen und Bürgern verbleiben, statt in Milliardenhöhen abzufließen.
● Bildung und Entlastung für Familien: Investitionen in die nächste Generation sind für die SPD nicht verhandelbar. Neben der Sicherung ausreichender, beitragsfreier Kita-Plätze fordert die SPD die Einführung eines kostenlosen Mittagessens in allen Schulen und Kitas im Landkreis.
● Ehrenamt und Bürgerbeteiligung: Das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft soll durch eine Ehrenamtspauschale für Vorstände gestärkt und von bürokratischen Hürden befreit werden. Um das Vertrauen in politische Entscheidungen zu festigen, kündigte die SPD den Ausbau von Bürgerräten an, um die Menschen direkt in Prozesse einzubinden.

„Die Menschen im Kreis haben ein Recht auf eine starke SPD. Eine SPD, die zuhört und die weiß, wo sie hingehört: An die Seite derer, die den Karren ziehen. Jeden Tag“, schloss Wölbern unter dem Applaus der Delegierten seine Rede. Fotos Sebastian Rath




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