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Heimatverein: Abwechslungsreicher Ausflug entlang der Elbe

Sittensen. Einen Ausflug durch eindrucksvolle Landschaften und bewegte deutsche Geschichte entlang der Elbe nach Mecklenburg-Vorpommern hat der Heimatverein Sittensen unternommen. „Ich denke, es war ein rundum gelungener Ausflug, auch wenn wir wegen des Regens etwas umdisponieren mussten“, resümiert Organisator Jürgen Kiel.

Erstes Ziel war die Stadt Dannenberg im Wendland. Dort wurden die Ausflügler von zwei Gästeführern empfangen. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit frischen Brötchen und Kaffee am Bus stand eine Stadtführung auf dem Programm. Dabei erfuhren die Teilnehmenden Wissenswertes über die Geschichte und Entwicklung der traditionsreichen Stadt, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen.

Von Dannenberg ging es weiter nach Dömitz an der Elbe. Dort wartete bereits das Fahrgastschiff „Elise“ auf die Gruppe. Während der Fahrt stromabwärts rückte eines der ungewöhnlichsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in den Mittelpunkt: die ehemalige Dorfrepublik Rüterberg.

Kapitän Andreas Heckert verstand es, die Geschichte des kleinen Elbdorfes lebendig werden zu lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Rüterberg unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Die rund 150 Einwohner lebten jahrzehntelang unter außergewöhnlichen Bedingungen. Das Dorf war vollständig von Grenzanlagen umschlossen. Wer Rüterberg verlassen wollte, musste Passkontrollen passieren. Nach 23 Uhr wurden die Tore geschlossen und niemand durfte den Ort mehr verlassen oder betreten. Die Bewohner fühlten sich zunehmend isoliert und erklärten ihr Dorf im Jahr 1989 symbolisch zur „Dorfrepublik Rüterberg“ – ein stiller Protest gegen die Einschränkungen des DDR-Grenzregimes. Erst mit der friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer endete diese besondere Situation.

Während die Elblandschaft gemächlich vorbeizog, genoss die Ausflugsgruppe nicht nur die interessanten Erläuterungen des Kapitäns, sondern auch ein gemeinsames Mittagessen an Bord. So verband die Fahrt Naturerlebnis und Zeitgeschichte auf eindrucksvolle Weise.

Nach der Rückkehr nach Dömitz erwartete eine Gästeführerin die Gruppe zu einem Rundgang durch die historische Festungsstadt. Ein heftiger Regenschauer machte jedoch eine Besichtigung der Dömitzer Elbfestung unmöglich. Kurzerhand wurde das Programm angepasst. Stattdessen gab’s eine Busrundfahrt in die Umgebung. Ziel war die Binnendüne Klein Schmölen, die als größte Binnenwanderdüne Europas gilt. Auch während dieser Fahrt verstand es die Gästeführerin, mit ihren lebendigen Erläuterungen die Landschaft und ihre Besonderheiten näherzubringen, sodass der wetterbedingte Programmwechsel auf große Zustimmung stieß.

Zum Abschluss blieb noch Zeit für eine kleine kulinarische Zeitreise. Viele Ausflügler nutzten die Gelegenheit, originales DDR-Soft-Eis zu probieren. Die Spezialität unterscheidet sich bis heute von modernem Softeis durch ihre festere Konsistenz und den unverwechselbaren Geschmack, der bei einigen Erinnerungen an vergangene Zeiten weckte.

Mit vielen schönen Erlebnissen kehrte die Reisegruppe am Abend nach Sittensen zurück. Fotos Heimatverein

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