Sittensen. Das künftige Gewerbegebiet Nord IV in Sittensen beschäftigt die Gemeinde Sittensen seit etlichen Jahren. Parallel zum Bauleitverfahren läuft das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes, denn der wirksame Plan stellt in dem vorgesehenen Gebiet überwiegend Flächen für die Landwirtschaft dar. Künftig sollen diese vorrangig der gewerblichen Nutzung dienen.
Das rund 12 Hektar große Erweiterungsgebiet schließt nördlich der Autobahn A1 direkt an das bestehende Gewerbegebiet Nord III an der Karl-Benz-Straße und Kreisstraße K 139 an.
Die Gemeinde Sittensen möchte die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, um diese Flächenreserve für eine weitere Gewerbeentwicklung der Bebauung zuführen zu können. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung ist im Rahmen der Bauleitplanung auf den Weg gebracht worden.
Mona Borutta und Max Tischendorf vom Planungsbüro ELBBERG aus Hamburg haben den Mitgliedern des Bauausschusses der Gemeinde jetzt den aktuellen Planentwurf und die Themen der Stellungnahmen vorgestellt. Mehrheitlich hat das Gremium den Beschluss zur formellen Beteiligung empfohlen.
Anwohnende besorgt – Info-Veranstaltung am 7. September
Allerdings ist das Vorhaben bei den Anwohnenden am Nütteler Weg nicht unumstritten. Sie befürchten eine vermehrte Lärm-, Verkehrs-, Schadstoff-, Staub- und Lichtbelastung und dadurch einen Wertverlust ihrer Immobilien sowie einen Verlust von Wohn- und Erholungsqualität.
Gemeindedirektor Jörn Keller hatte eingangs der Sitzung mitgeteilt, dass am 7. September eine Info-Veranstaltung für die Anwohnenden stattfinden wird. Auch die Planer werden dabei sein. Damit bekommen sie die Gelegenheit für konkrete Fragenstellungen und können detaillierte Informationen einholen.
Insofern gab das Gremium dem Antrag von Jürgen Sausmikat mehrheitlich nicht statt, Anwohnenden, die als Zuhörende bei der Sitzung anwesend waren, Rederecht zu gewähren. Denn: In Fachausschusssitzungen ist keine Bürgerfragestunde vorgesehen.
Keller machte deutlich, dass das Verfahren noch am Anfang steht und noch nicht fest beschlossen ist. Mit der kommenden Beschlussfassung des Rates geht es zunächst in die nächste Runde des Bauleitverfahrens. In dem Rahmen ist es weiterhin möglich, Stellungnahmen und Einwände abzugeben.
Die Planer wiesen in ihren Ausführungen darauf hin, das unter anderem eine neue Straßenanbindung mit einem Kreisverkehr vorgesehen sei, um den Verkehr besser zu lenken und den Nütteler Weg zu entlasten. Der Kreisverkehr soll als Anknüpfungspunkt an die K 139 errichtet und der Verkehrsknotenpunkt in Richtung Autobahn entlastet werden. Eine neue Straßenverbindung in Richtung Schmiedestraße soll das Gewerbegebiet in Legenbostel anbinden.
Die verkehrlichen Planungen wurden im Gremium als „gut gelöst“ angesehen, denn unter den Ausschussmitgliedern war die Sorge laut geworden, dass es an den Knotenpunkten im Ort zu einer zusätzlichen Belastung kommen könnte.
Geplant sind vier Teilgeltungsbereiche in einer Gesamtgröße von etwa 14 Hektar. Besondere Maßnahmen sollen für zu erhaltende, gesetzlich geschützte Biotope geschaffen werden. Für entfallende Biotope ist ein entsprechender Ausgleich vorgesehen, dafür werden auch externe Ausgleichsflächen erforderlich.
Grünstreifen sollen als Puffer dienen, Baugrenzen mindestens einen Abstand von drei Metern zur Straße, mindestens 25 Meter zum Wald und mindestens 30 Meter zu Wohnhäusern am Nütteler Weg betragen. Der Nütteler Weg soll als Fuß-, Rad- und Anliegerweg gesichert werden. Eine Baum-Wall-Hecke und der landwirtschaftliche Weg in Richtung Wald soll überwiegend erhalten werden. Das gilt auch für die Bäume im Anliegerweg. Die Versiegelung der Flächen darf maximal 80 Prozent betragen.
Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 27. August über die Beschlussfassung für das weitere Beteiligungsverfahren beraten. (hm)
BUZ: Entwurfsskizze der geplanten Erweiterungsgebietes Nord IV. Foto Quelle LGLN