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Diakonieklinikum: Interventionelle Gefäßrekonstruktion etabliert

Rotenburg (Wümme). Die sogenannte interventionelle Gefäßrekonstruktion ist ein neues, hochmodernes, präzises und besonders schonendes minimalinvasives Verfahren. Klare Vorteile sind die kurze Eingriffszeit, sehr kleine Wunden und eine verkürzte Heildauer. Im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg werden derartige Eingriffe von Radiologen minimalinvasiv mit Hilfe von Kathetern durchgeführt. Patient Christian Groß berichtet von seinen Erfahrungen und seinem Heilungsprozess.

Ein Fahrradsturz kann das Leben verändern. Dies musste Christian Groß aus Bremen erfahren: Aufgrund einer Bodenunebenheit verlor er beim Fahrradfahren das Gleichgewicht, konnte sich nicht mehr halten und fiel hart auf den Asphalt. „Von einer Sekunde auf die andere sah mein Leben anders aus. Diese neue medizinische Eingriffsmethode hat mir wesentlich geholfen“, sagt Groß.

„Das lief alles sehr rasch und unkompliziert“, erinnert sich der Bremer, der nach seinem Fahrradsturz unter anderem mit Durchblutungsstörungen im rechten Arm zu tun hatte. „Meine Hand wurde immer kälter. Da habe ich gemerkt: Da stimmt was nicht mit der Durchblutung.“ Im Diakonieklinikum schlug Priv.-Doz. Dr. Ruben Mühl-Benninghaus, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie/Neuroradiologie, den Eingriff, die sogenannte interventionelle Gefäßrekonstruktion, vor.

Innerhalb kürzester Zeit konnte dieser erfolgreich im Klinikum durchgeführt werden: Dem 48-jährigen Patienten wurde über zwei Gefäßzugänge die Schulterarterie mittels Katheterverfahren wiedereröffnet. Anschließend wurde ein Stent in den Schulterbereich implantiert, um das Gefäß offen zu halten und eine korrekte Durchblutung zu ermöglichen. Die Schulterarterie ist für die Blutversorgung des Arms verantwortlich. So konnte eine klassische gefäßchirurgische und an dieser Stelle sehr große Operation vermieden werden.

„Dieser Eingriff ist eine Teamleistung, auch über Abteilungsgrenzen hinweg“, freut sich Mühl-Benninghaus: „Wir bewerten die Diagnostik mit unseren gefäßchirurgischen Kollegen gemeinsam und ergänzen uns fachlich perfekt.“ Sein Chefarztkollege, Dr. Michael Feldmann von der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie, erkennt ebenfalls die Effekte der Zusammenarbeit: „Davon profitieren die Patienten und darum geht es uns Ärzten ja in erster Hinsicht.“ Feldmann sieht hier auch als stellvertretender ärztlicher Direktor ein Paradebeispiel für die fachübergreifende Betrachtung und Behandlung von Patienten: „Zuständigkeit definieren wir vom Patienten ausgehend und nicht aus einem medizinischen Säulendenken.“

„Die interventionelle Radiologie gewinnt immer mehr an Bedeutung, nicht nur, weil der Patient davon große Vorteile hat“, erläutert Mühl-Benninghaus: „Damit können unter anderem auch Eingriffszeiten und Vollnarkosen reduziert werden.“

BUZ: Christian Groß (Mitte) zusammen mit Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Ruben Mühl-Benninghaus (rechts) und Oberarzt Jabeur Sayah. Foto Diakonieklinikum

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