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Georadaruntersuchungen am ehemaligen Schloss

Bremervörde. Im Auftrag des Landkreises Rotenburg (Wümme) ist am ehemaligen Schloss in Bremervörde eine zerstörungs- und eingriffsfreie Georadaruntersuchung zur Unterstützung der archäologisch-bauhistorischen Bestandsaufnahme durchgeführt worden, um die Fundamente und eventuell bauliche Strukturen im Untergrund der erhaltenen Gebäude und im angrenzenden Außenbereich zu erforschen.

Grundlage für die Arbeiten sind die dem Landkreis 2023 vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) bereitgestellten Mittel aus dem Bundesprogramm „Denkmalschutz – Sonderprogramm XI“ in Höhe von max. 269.000 Euro. Diese sollen unter anderem für die nachhaltige Bestandssicherung und langfristige Nutzbarkeit des Objektes sowie die Analyse und Erforschung des Baubestands eingesetzt werden.

Das zweiflüglige Gebäude, bestehend aus dem sogenannten Kanzleiflügel und dem Marstall, sind die ältesten Gebäude Bremervördes und befinden sich heute im Eigentum des Landkreises. Beide Gebäudeteile gehören zur Vorburg des ehemaligen Schlosses Bremervörde. Ziel der nun durchgeführten Messungen ist die Erkundung des Untergrundes im Erdgeschoss, in einem Kellerraum und Teilbereiche, die in das Gebäude eingebunden waren.

Das Gebäudeensemble umfasst die letzten noch erhaltenen Bauten der im Stil der Renaissance errichteten Schlossresidenz der Bremer Erzbischöfe. Das Schloss Bremervörde war Verwaltungsmittelpunkt des Elbe-Weser-Dreiecks. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 2015 und 2017 wurde teilweise der Fundamentaufbau des um 1610 datierten Kanzleiflügels sowie des 1596 erbauten Marstalls unter archäologischen Aspekten dokumentiert. Es zeigte sich ein einheitlicher Gründungsaufbau mit zwei Meter tief reichenden Ziegelmauern, die auf einer Unterkonstruktion aus Feldsteinen mit einer Holzpfahlkonstruktion gründeten. Die Tiefenmessung soll bestehende Erkenntnisse ergänzen, wo zurzeit keine Grabung möglich ist und in welcher Form die Holzkonstruktion angelegt wurde.

Gemessen wurde von der auf geophysikalische Messungen spezialisierten Firma Eastern Atlas im Bereich des befestigten Schlosses Bremervörde, das 1682 geschleift und größtenteils abgetragen wurde. Bei dem angewandten Impulsgeoradarverfahren wurden elektromagnetische Impulse in etwa drei Meter Tiefe in den Untergrund gesendet. Dort verursachen Objekte wie etwa Mauerreste Reflexionen der elektromagnetischen Wellen. Diese Reflexionen können an der Oberfläche wieder empfangen und aufgezeichnet werden. Bei der Messung wird die Antenne entlang eines Profils bewegt, so dass ein 2D-Wellenbild, ein sogenanntes Radargramm aufgezeichnet wird.

Die Auswertung der Daten zeigen unter anderem auch Hinweise auf moderne Einbauten sowie Leitungen. Für die Räume im Marstall und der Kanzlei verweisen die Daten auf Baustrukturen wie etwa Mauern und Holzkonstruktionen. Die Ergebnisse helfen, statisch-konstruktive Erkenntnisse zu erweitern, um das Gebäude nachhaltig zu sichern. Foto Landkreis Rotenburg (Wümme)

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