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Bauausschuss berät Haushalt 2026 – Mehraufwendungen erforderlich – Vandalismus an Ostetalschule

Sittensen. Mehraufwendungen von 192.000 Euro sind das Ergebnis der Haushaltsdebatte im Bauausschuss der Samtgemeinde Sittensen. Intensiv haben sich die Mitglieder mit dem Entwurf des Zahlenwerks 2026 befasst.

Ausschussvorsitzender Dirk Detjen hatte zu Beginn erklärt, dass die zu erwartenden Mehraufwendungen in erster Linie in sicherheitsrelevanten Maßnahmen begründet liegen. Diese haben sich nach einer Bereisung der samtgemeindeeigenen Liegenschaften aufgetan. Wenngleich der Gesamthaushalt dennoch ein deutliches Plus aufweist, mahnte Detjen Augenmaß bei den Ausgaben an, auch mit Blick auf die von Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller angekündigte Senkung der Samtgemeinde-Umlage um einen Punkt. „Die wollen wir nicht gefährden“, betonte Detjen. Thomas Miesner pflichtete ihm bei: „Nur dass, was zu schaffen ist, können wir tun.“

Bauamtsleiter Jörg Schmidtchen erläuterte den Etatentwurf. Zuvor wies er darauf hin, dass der Arbeitsanfall im Bauamt hoch sei und die Mitarbeitenden sehr viele Maßnahmen abzuarbeiten hätten. Schmidtchen stellte eine neue Kollegin, Architektin Martina Ostermann, vor, die auch an der Bereisung teilgenommen hatte.

Brandschutzmaßnahmen an Schulen

Vor allem im Bereich des Brandschutzes fallen dringliche Investitionen bei den Schulen an. Während an der Grundschule Sittensen eine Rauch- und Brandschutztür (6000 Euro) erneuert werden muss, geht’s bei der Ostetalschule KGS Sittensen laut Schmidtchen um eine „immense Anzahl.“ Denn: 70 Prozent der Türen gilt es zu erneuern. Mit veranschlagten 100.000 Euro ein großer Brocken. „Die Maßnahme ist unumgänglich und kann nicht geschoben werden. Die Einhaltung des Sicherheitsaspektes muss gewährleistet sein“, gab Schmidtchen zu verstehen. Für beide Einrichtungen soll ein Brandschutzkonzept erarbeitet werden, dass bei der Grundschule mit 10.000 Euro und für die Ostetalschule mit 20.000 Euro zu Buche schlägt.

Vandalismus an Ostetalschule

Und noch ein nicht nur misslicher, sondern auch sehr ärgerlicher Umstand belastet den Ergebnishaushalt: die Häufung von Vandalismus an der Ostetalschule. Die Schülerzahl beläuft sich auf rund 1200. „Um die Sachbeschädigungen, die über das Jahr hinweg auftreten, zu beheben, müssen wir das Basisbudget deutlich erhöhen“, verdeutlichte Schmidtchen. Die Schadensfälle treten nach seinen Worten vor allem im geschlossenen Bereich der WC-Anlagen auf. So sei es unter anderem zu Zerstörungen von Sanitäranlagen und Inventar gekommen, aber auch Deckenplatten in Klassenräumen werden beschädigt oder Heizungsventile abgetreten. „Aus Datenschutzgründen ist eine Videoüberwachung verboten“, merkte er an. Bewährt hat sich seinen Ausführungen zufolge hingegen die erlaubte Überwachung der Fahrradständer im Eingangsbereich der Schule. Die soll nun ausgedehnt werden auf die Fläche der Fahrradständer bei der Soccer-Anlage, die auch den Bereich des Busbahnhofes und der Glascontainer miterfassen würden. Kostenansatz: 11.600 Euro. Auch auf dem Busbahnhof kommt es immer wieder zu Vandalismus-Fällen an den Buswartehäuschen, die ebenfalls kostenträchtig sind. Der Ausschuss verständigte sich darauf, dem Samtgemeinderat eine Erhöhung des Basisbudgets von 50.000 auf 80.000 Euro zu empfehlen. Die Erneuerung des WC-Traktes im Eingangsbereich der Schule (50.000 Euro) wurde als Merkposten für das Jahr 2027 aufgenommen.  

Alte Turnhalle abgängig

Ein kostenintensiver Punkt ist auch die alte Turnhalle bei der Ostetalschule. Die notwendigen Sanierungen des Umkleide- und WC-Traktes sowie des Daches und der Fenster würden rund 1,8 Millionen Euro verschlingen. Nun soll zunächst ein Gesamtkonzept erstellt werden.

Bei der geplanten Erweiterung der Grundschule Klein Meckelsen um ein Lehrerzimmer und einen Besprechungsraum klaffen laut Schmidtchen die Wünsche der Schule, was die Flächengröße angeht, mit denen der Planung deutlich auseinander. Das Bauamt hat einen Bedarf von 55 Quadratmeter ermittelt, die Schule möchte knapp das Doppelte. Geklärt werden muss auch die Bauweise. Die Verwaltung war beauftragt worden, Alternativen zu erarbeiten. Zur Disposition steht eine Modul- (150.000 Euro) oder eine Massivbauweise (250.000 bis 280.000 Euro). Die Beratungen ergaben, dass perspektivisch davon auszugehen ist, dass die Schülerzahlen abnehmen. Unklar ist auch die Entwicklung mit der Kooperation der Helga-Leinung-Schule der Lebenshilfe, denn die Landesregierung plant Veränderungen. „Im Konsens mit der Schulleitung“ soll eine akzeptable Lösung gefunden werden.

Beratungsbedarf besteht auch zur Erweiterung der Kita Unter’m Regenbogen in Sittensen um eine Mensa. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich laut Architektin auf 650.000 bis 700.000 Euro. Auch hier soll das Konzept überdacht werden, da ein Rückgang der Geburtenzahlen zu erwarten ist.

Als „ordentlichen Schluck aus der Pulle“ bezeichnete der Ausschussvorsitzende die geplanten Baumaßnahmen an Feuerwehrgerätehäusern. Der Anbau in Kalbe ist mit eine Million Euro veranschlagt. „Das müssen wir genau planen und die Kosten im Blick haben. Eine Million für jede Ortsfeuerwehr ist schon der Wahnsinn“, konstatierte Detjen. An der Erforderlichkeit bestehen keine Zweifel, in Abstimmung mit dem Feuerwehrkommando soll gemeinsam über eine einheitliche Konzeption hinsichtlich der Bauausführung beraten werden. Auch belastbare Zahlen sollen ermittelt werden.

Die Kostenansätze für bauliche Maßnahmen am Sittenser Feuerwehrgerätehaus sind angepasst worden. Zum Ansatz von 15.000 Euro im Jahr 2025 sind für den Umbau der Umkleiden und Duschen nochmals 40.000 Euro eingestellt, für die Herstellung eines Carports (zwei geschlossene Stellplätze mit Tor) zu den 12.000 Euro in 2025 zusätzlich 13.000 Euro für 2026 angesetzt worden.

Die finale Beschlussfassung obliegt dem Rat, zuvor wird sich noch der Finanzausschuss mit dem Zahlenwerk befassen. (hm) Foto Meyer

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