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Chronische Wunden: Neues, innovatives Kaltplasma-Verfahren

Rotenburg (Wümme). Seit Gründung der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie im Jahr 2010 bietet das Team unter Leitung von Chefarzt Dr. Michael Feldmann eine spezialisierte Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden in einer speziellen Wundsprechstunde an: Mit der Einführung der Kaltplasmatherapie erweitert das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg nun sein therapeutisches Angebot um eine besonders innovative und wissenschaftlich etablierte Behandlungsmethode.

Die neue Therapie stellt einen wichtigen Fortschritt in der modernen Wundversorgung dar. Ziel ist es, die Heilungschancen bei chronischen und schwer behandelbaren Wunden zu verbessern, Infektionen wirksam zu bekämpfen und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu erhöhen. Gerade für Patienten, die oft über Monate oder sogar Jahre unter einer nicht heilenden Wunde leiden, eröffnet die Kaltplasmatherapie neue Perspektiven.

Plasma wird als vierter Aggregatzustand bezeichnet und entsteht durch die Ionisierung von Gasen. In der Medizin kommt sogenanntes Kaltplasma zum Einsatz, das lediglich Körpertemperatur erreicht und deshalb besonders schonend angewendet werden kann. Es besitzt eine ausgeprägte antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung und kann gleichzeitig die Mikrozirkulation des Gewebes fördern. Dadurch werden wichtige Voraussetzungen für die Wundheilung geschaffen. Zum Einsatz kommt die Therapie insbesondere bei chronischen Wunden wie dem diabetischen Fußsyndrom oder dem Ulcus cruris sowie bei infizierten Wunden, die mit multiresistenten Erregern belastet sind. Die Wirksamkeit der Kaltplasmatherapie ist wissenschaftlich belegt und wird durch die aktuelle S2k-Leitlinie zur Lokaltherapie chronischer Wunden unterstützt.

Für die Patienten ist die Behandlung unkompliziert: Während der Anwendung wird das Kaltplasma mit einem speziellen Handgerät berührungslos auf die Wunde aufgebracht. Die meisten Betroffenen spüren dabei lediglich einen leichten Luftstrom oder eine sanfte Wärme. Die Behandlung ist schmerzfrei und dauert in der Regel nur wenige Minuten und wird mehrmals wiederholt. Gerade für Menschen mit empfindlichen oder bereits vielfach behandelten Wunden stellt dies einen großen Vorteil dar.

„Mit der Kaltplasmatherapie ergänzen wir unser Behandlungsspektrum um ein innovatives Verfahren, das die Heilung chronischer Wunden unterstützen und die Versorgung unserer Patienten weiter verbessern kann“, erklärt Elena Libich, Gefäßassistentin und ICW-zertifizierte Wundexpertin. „Durch diese Therapie können lang bestehende Wunden erfolgreicher behandelt und in einzelnen Fällen sogar Amputationen vermieden werden.“ Auch Alexandra Wilken, ICW-zertifizierte Wundexpertin, berichtet von positiven Erfahrungen: „Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Bei zahlreichen Patienten konnten wir deutliche Verbesserungen des lokalen Wundbefundes bis hin zum vollständigen Wundverschluss beobachten.“

Die Kaltplasmatherapie kann sowohl im Rahmen stationärer Behandlungen als auch ambulant als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten werden.

Das zertifizierte Wundzentrum des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg steht unter der ärztlichen Leitung von Oberarzt Omar Shek und zeichnet sich insbesondere durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche aus. Bereits 2022 wurde das Zentrum erstmals nach den Kriterien der Initiative Chronische Wunden (ICW) und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) zertifiziert. Diese Auszeichnungen stehen für hohe Qualitätsstandards und bieten Patienten eine verlässliche Orientierung bei der Wahl ihrer Behandlungseinrichtung.

Die moderne Wundversorgung verfolgt dabei stets einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der lokalen Wundbehandlung gehören unter anderem die Verbesserung der Durchblutung, moderne Wundauflagen, Kompressionstherapie, orthopädische Schuhversorgung und Unterdrucktherapie zu den Bausteinen eines individuellen Behandlungskonzepts. Mit der Einführung der Kaltplasmatherapie baut das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg seine Kompetenz in diesem Bereich weiter aus und unterstreicht seinen Anspruch, innovative Medizin mit hoher Behandlungsqualität und konsequenter Patientenorientierung zu verbinden.

Weitere Informationen beim Wundzentrum unter Telefon: 04261) 77-28 50 oder über das Online-Kontaktformular: www.diako-online.de/wundzentrum

BUZ: Alexandra Wilken (links) und Elena Libich, Wundexpertinnen ICW-zertifiziert, bieten die innovative Kaltplasmabehandlung an. Fotos Diakonieklinikum

Das Team des zertifizierten Wundzentrums am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg.

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