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Diakonieklinikum: ECMO-Mobil kommt zum Einsatz

Rotenburg (Wümme). Bei Menschen mit Herz- und/oder Lungenversagen kommt im Notfall das ECMO-Team des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg zum Einsatz. ECMO ist der Begriff für ein schnelles Ersatzverfahren für Herz und Lunge und wird im Volksmund auch Herz-Lungen-Maschine genannt. Die ECMO-Therapie kann in lebensgefährlichen Situationen helfen und Leben retten. Mit dem neuen Einsatzfahrzeug, dem sogenannten ECMO-Mobil, ist nun sichergestellt, dass das intensivmedizinische Team schnellstmöglich mit dem transportablen Gerät an den jeweiligen Einsatzort gelangen kann. Damit stellt das Diakonieklinikum das erste niedersächsische ECMO-Team für den ländlichen Raum und sichert so Versorgungqualität auf höchstem medizinischen Niveau.

ECMO steht für Extracorporeal-Membrane-Oxygenation. Sie ist eine Art Herz-Lungen-Maschine, die vorübergehend die Herz- und Lungenfunktion beispielsweise nach einer Reanimation, bei schwerer Atemnot mit Lungenversagen (ARDS) oder nach kardiologischen Eingriffen übernehmen kann. Die ECMO gibt dem Körper Zeit, sich zu erholen oder zu heilen. Dabei wird das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid entfernt. Ebenso wird ein Kreislauf durch Hochleistungspumpen aufgebaut. Dies ermöglicht, dass sich das Herz beispielsweise nach einem schweren Herzinfarkt oder die Lunge bei einer Lungenentzündung nachhaltiger erholt. So kann der Heilungsprozess früher beginnen und es bleibt mehr Zeit, die eigentliche Grunderkrankung zu behandeln.

In Zusammenarbeit mit der Firma Resuscitec aus Freiburg sind seit August 2023 die ECMO/ECLS-Konsolen CARL im Zentrum für Intensivmedizin des Diakonieklinikums einsatzbereit. „Eine anspruchsvolle, aber extrem wichtige Aufgabe im Spektrum unserer Klinik als Maximalversorger”, erklärt Nils Weseloh als pflegerische Leitung des ECMO-Teams. Bereits bei mehr als 40 Patienten ist im Rotenburger Krankenhaus die ECMO-Therapie bisher zum Einsatz gekommen. Dank des neuen Einsatzfahrzeugs kann nun das Einsatzteam über eine Hotline rund um die Uhr von Rettungsdiensten, Notärzten und umliegenden Krankenhäusern angefordert werden. So können notwendige lebenserhaltende Maßnahmen direkt an der Einsatzstelle erfolgen. Der schwerstkranke Patient kann anschließend zur Weiterbehandlung nach Rotenburg gebracht werden. Diese Infrastruktur wurde bisher nur in städtischen Räumen und fast ausschließlich an Universitätskliniken oder großen Herzzentren vorgehalten. Weil das Diakonieklinikum sich für die Region verantwortlich sieht, ist die entsprechende Expertise aufgebaut und etabliert worden.

„Für den Standort Rotenburg und seine Bevölkerung im gesamten Einzugsbereich unserer Klinik bedeutet dies dank dieser komplexen, aufwändigen und hochinteressanten Arbeit eine bessere Versorgung“, erläutert Sebastian von der Haar als Geschäftsführer des Diakonieklinikums. Mit der Stationierung des ECMO-Mobils unterstreicht das Diakonieklinikum seine Expertise als medizinischer Maximalversorger, für den eine leistungsfähige Intensivmedizin und -station wichtige Elemente sind.

Prof. Dr. Alexander Osthaus als Chefarzt des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin lobt in seiner Funktion als Ärztlicher Direktor die transparente und verbindliche Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen beteiligten Einrichtungen wie Rettungsdiensten, Leitstellen, Kliniken sowie dem Landkreis Rotenburg (Wümme): „Unser Hauptanliegen ist die Behandlungssicherheit von Patienten. Mit dem neuen ECMO-Mobil und damit dem Einsatz einer transportablen Herz-Lungen-Maschine können wir für unsere Patienten die Notfallversorgung weiter ausbauen. Wir sind noch dichter am Menschen dran. Wir haben strenge Indikationen zum Einsatz dieser Behandlung definiert und sind uns unserer ärztlich-pflegerischen Verantwortung an der Schnittstelle von Mensch und Maschine voll bewusst.“

Das ECMO-Mobil ist ein Kooperationsprojekt, bei dem das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg die Geräte, das Verbrauchsmaterial und das ECMO-Team stellt, der Landkreis Rotenburg (Wümme) hat dem Krankenhaus dafür das Fahrzeug aus seinem Bestand überlassen.

BUZ: Das ECMO-Mobil am Standort Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg sowie der Geschäftsführer Sebastian von der Haar (links) und das Behandlerteam. Foto Diakonieklinikum

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