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Fluchtgeschichte und Kindheit in Tiste – Lesung mit Brigitte Wege

Sittensen. Wie haben Flüchtlingsfamilien nach dem Zweiten Weltkrieg in Tiste Fuß gefasst, und wie erlebten ihre Kinder die ersten Nachkriegsjahre? Diesen Fragen widmet sich eine Veranstaltung des Heimatvereins der Börde Sittensen am Samstag, 7. November, 14 Uhr, im Heimathaus.

Einmal im Jahr im Herbst gibt der Heimatverein Menschen, die als Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs in die Börde kamen oder ihren Nachfahren Gelegenheit, ihre Familiengeschichten zu erzählen und persönliche Erinnerungen lebendig zu halten. In diesem Jahr ist Brigitte Wege, geborene Schmidt, zu Gast. Sie lebt heute in Dautphetal in Hessen und reist eigens für diesen Nachmittag in ihre frühere Heimat.

Sie wird die Fluchtgeschichte ihrer Eltern und ihrer Familie schildern und die Zuhörenden mit auf eine Reise in ihre eigene Kindheit und die ersten Schuljahre in Tiste nehmen. Grundlage dafür ist ihr rund 80-seitiges Büchlein „Grüne Baracke und blauer Himmel – Erinnerungen an Tiste in den 1950er Jahren.“ Darin geht es um Menschen und Begebenheiten, die vielen älteren Tisterinnen und Tistern noch vertraut sein dürften: ein Ring mit grünem Stein, gekauft bei Ilse Cordes, „Gummi-Hein“ und Ottilie, Klassenkameraden und Spielgefährten, das Milchholen bei Ehlens und Erlebnisse auf den Gütern in Burgsittensen und Herwigshof. Auch ein Luftballon bei Meyers im Wäldchen, Sommertage mit Sandalen und Winter mit Grünkohl haben ihren Platz in diesen lebendigen Erinnerungen.

Mit viel Liebe zum Detail zeichnet Brigitte Wege das Bild einer Kindheit in der Nachkriegszeit. Ihre Geschichten erzählen von den Herausforderungen jener Jahre, aber ebenso von Gemeinschaft, Zusammenhalt und den kleinen Erlebnissen, die ein Kinderleben unvergesslich machen. Esther Meyer-Biemold hat das Manuskript behutsam überarbeitet, gestaltet und für den Druck vorbereitet, damit diese persönlichen Erinnerungen als ein Stück Tister Ortsgeschichte erhalten bleiben. „Nachdem die erste Auflage im letzten Jahr nach kurzer Zeit vergriffen war, haben wir noch einmal nachdrucken lassen“, so Meyer-Biemold. „Das Büchlein kann vor Ort erworben werden.“

Brigitte Wege wünscht sich, dass es ein lebendiger Nachmittag wird, an dem nicht nur zugehört, sondern auch erzählt, nachgefragt und gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt wird. Wer kennt noch die Menschen von damals? Wer erinnert sich an ähnliche Erlebnisse oder kann eigene Geschichten beisteuern? Alle, die mehr über die Nachkriegszeit in der Börde erfahren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Erinnerungen und Gedanken mitzubringen.

Bei Kaffee und Kleingebäck soll Raum für Begegnungen und einen regen Austausch sein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber gern gesehen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Fotos Heimatverein

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