Zeven. In den vergangenen drei Nächten ist es im Norden Zevens zu drei großen Brandereignissen an unterschiedlichen Örtlichkeiten in einem Wohnbereich sowie der näheren Umgebung gekommen. Für die weiteren Ermittlungen hat die Polizei eine besondere Organisationsstruktur eingerichtet, in der die umfangreichen erforderlichen Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen strukturiert und umgesetzt werden.
In der Nacht von Freitag auf Samstag, 2./3. Oktober, ist gegen 3.25 Uhr ein hochwertiger Porsche (E-Fahrzeug) aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Das Fahrzeug war auf einem Parkplatz im Kastanienweg im Bereich der Bremervörder Straße (B 71) abgestellt und brannte trotz der intensiven Löscharbeiten durch die Feuerwehr vollständig aus. Es wurden keine Menschen verletzt, der Schaden wird auf rund 150.000 Euro geschätzt.
In der darauffolgenden Nacht von Samstag auf Sonntag, 3./4. Oktober, kam es gegen 1.43 Uhr zu einem Großbrand im Kastanienweg, in einem Wohnbereich, der unter anderem aus Reihenhausanlagen und Einfamilienwohnhäusern besteht. Unter einem Carport vor einer Reihenhausanlage gerieten zehn Pkw in einen Vollbrand. Ein weiteres vor dem Carport abgestelltes Fahrzeug geriet ebenfalls in Brand. Im weiteren Verlauf breiteten sich die Flammen auf zwei angrenzende Reihenhäuser der Carportanlage aus. Sie wurden durch die Flammen stark beschädigt.
Eine 62-jährige Bewohnerin und ein 60-jähriger Mann mussten sich durch einen Sprung aus einem der beiden brandbetroffenen Reihenhäuser ins Freie retten. Beide erlitten schwere Verletzungen und kamen zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Ein Feuerwehrangehöriger wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt.
Die zwei unmittelbar betroffenen Reihenhäuser sind teilweise auf längere Zeit unbewohnbar. Die Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner wurde durch die Samtgemeinde Zeven organisiert. Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Der Gesamtschaden wird auf rund 750.000 Euro geschätzt. Der Brandort wurde für die weiteren Ermittlungen beschlagnahmt.
In der Nacht von Sonntag auf Montag, 4./5. Oktober, kam es gegen 1.08 Uhr zu einem weiteren Brand in der Kivinanstraße. Auf dem Gelände eines Wohnmobilunternehmens gerieten sechs Wohnmobile aus bislang ungeklärter Ursache in Brand. Das Feuer griff auf ein angrenzendes Einfamilienhaus über und beschädigte den Dachstuhl. Die 89-jährige Bewohnerin konnte durch einen Angehörigen rechtzeitig evakuiert werden und blieb unverletzt. Der Schaden wird nach ersten polizeilichen Einschätzungen auf rund 650.000 Euro geschätzt. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 3.15 Uhr. Für die Einsatzmaßnahmen musste die B 71 (Kivinanstraße) vorübergehend voll gesperrt werden. Der Brandort in der Kivinanstraße ist lediglich rund 700 Meter vom brandbetroffenen Wohngebiet aus der Nacht zuvor entfernt gelegen.
Zu allen drei dargestellten Brandereignissen laufen die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. Eine vorsätzliche Brandstiftung kann derzeit in keinem der Fälle ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Ermittlungen wird auch geprüft, ob zwischen den drei Bränden und vergangenen Brandgeschehnissen in Zeven ein Zusammenhang besteht.
Tatrelevante Hinweise
„Für die Polizei ist selbstverständlich nachvollziehbar, dass die Sorge in der Bevölkerung vor weiteren schadensträchtigen Brandereignissen sehr groß ist. Aus diesem Grunde werden alle Menschen, die tatrelevante Hinweise geben können oder andere Anliegen zum Ausdruck bringen möchten, gebeten, die Polizei Zeven unter der Rufnummer 04281/9592-117 zu kontaktieren. Es wird gewährleistet, dass jede Anruferin/jeder Anrufer sehr zeitnah einen Rückruf oder ein persönliches Gespräch erhält“, so Polizeisprecher Marvin Teschke.