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Hausaufgabenbetreuung an der Grundschule fördert Migrantenkinder

Sittensen. Hausaufgabenbetreuung für Migrantenkinder in der Grundschule ist zumeist als außerschulische Veranstaltung konzipiert, mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler beim Verständnis von Lerninhalten zu unterstützen und gleichzeitig die sprachlichen Kompetenzen zu fördern.

Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturkreisen und verfügen über unterschiedliche Bildungshintergründe. Der Sittenser Flüchtlingshilfeverein „EWiS – Eine Welt in Sittensen“ nimmt sich auch dem Thema Sprachförderung an und gibt mit verschiedenen Programmen Hilfestellung.

In der Sittenser Grundschule ist Christina Schlesselmann seit sechs Jahren als pädagogische Mitarbeiterin tätig und führt nach dem Unterricht eine Hausaufgabenbetreuung für Migrantenkinder in Deutsch und Mathematik durch. Derzeit übernimmt der Verein EWiS im laufenden Schulhalbjahr die Kosten für ihren Einsatz von drei Stunden wöchentlich, jeweils Dienstag bis Donnerstag von 13.15 bis 14.45 Uhr. Die Betreuung findet nach Klassenstufen unterteilt in zwei Gruppen á 30 Minuten statt: erste und zweite sowie dritte und vierte Klasse – mit einer Gruppenstärke von etwa zehn Kindern. Aber auch montags ist sie vor Ort – ehrenamtlich.

Kirsten Pierstorff, Rektorin der Grundschule, begrüßt das Angebot: „Das ist eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen. Mit dem Verein EWiS arbeiten wir im Ganztag schon länger zusammen, dabei inklusiv für alle Kinder. In diesem Halbjahr waren unsere Gelder bereits verteilt, im nächsten Halbjahr bemühen wir uns darum, das Angebot gemeinsam zu finanzieren.“

Christina Schlesselmann ist es wichtig, dass die Kinder Kontinuität in der Gruppe und auch in der Personalsituation haben, um gute Lernvoraussetzungen zu schaffen. Daher hat sie auf ehrenamtliche Basis den Montag mit aufgenommen. „Ich würde sehr gerne in möglichst großem Umfang Kinder mit Migrationshintergrund unterstützen. Meine Hoffnung ist es, dass sie dadurch bessere Chancen haben bei der Integration. Es macht mich glücklich, wenn sie mit Spaß und kindgerechtem Material für die deutsche Sprache zu begeistern sind und ich ihnen auch andere Grundlagen, zum Beispiel in der Mathematik, nahebringen kann.“ 

Lernen mit Spaß und kindgerechtem Material

„Spielend lernen – unterm Regenbogen“: Unter diesem Titel steht diese individuelle Hausaufgabenhilfe. Der Regenbogen findet sich denn auch überall in dem Gruppenraum wieder. Vieles hat Christina Schlesselmann, auch liebevoll „Tine“ genannt, mit den Kindern selbst gestaltet. Einzelne Mobiliarteile hat sie persönlich angeschafft, auch ein Teil des Arbeitsmaterials. „Kinder arbeiten mit buntem, ansprechendem Material einfach sehr viel lieber“, weiß die engagierte, pädagogische Mitarbeiterin, die eine Berufsausbildung zur Krankenschwester absolviert hat.

Die Kinder fühlen sich sichtlich wohl in ihrem bunten Regenbogenraum, der zur guten Arbeitsatmosphäre beiträgt. Für jedes Kind gibt es darüber hinaus eine eigene Schublade, in der sich individuell angepasstes Zusatzmaterial befindet. So kann im Anschluss an die regulären Hausaufgaben selbstständig in Deutsch oder Mathematik weitergearbeitet werden. „Dies gewährleistet eine optimale Nutzung der gesamten Zeit“, so Schlesselmann.

Die Kinder wissen ihren Einsatz allemal zu schätzen und bringen ihre Dankbarkeit vielfältig zum Ausdruck. Sei es durch ein selbstgemaltes Bild, eine Umarmung oder in Form einer Einladung zu einem Essen in der Familie eines Betreuungskindes. „Frau Schlesselmann ist immer nett und hilft uns ganz viel. Wir sind jetzt auch besser geworden. Es macht uns hier großen Spaß“, lassen Roxy, Helena, Salome und Murat, die kolumbianischer, spanischer, afrikanischer und irakischer Abstammung sind, freudestrahlend wissen. Sie sprechen schon gut Deutsch, hat jemand Schwierigkeiten mit der Verständigung, helfen sich die Kinder gegenseitig.

Durch die verschiedenen Fördermaterialien oder Zusatzhefte, die auf die jeweiligen Fähigkeiten abgestimmt sind, haben die Kinder kleine Erfolgserlebnisse und sind sehr motiviert. Viele sind ihr bereits durch das schulische Angebot ,,Spielend Deutsch lernen“, das es seit Anfang 2O24 als AG im Ganztag gibt, bekannt. Davon profitieren alle Beteiligten. Die AG wurde ebenfalls bereits mehrfach mit Zuschüssen für das Fördermaterial und DAZ (Deutsch als Zweitsprache)-Spiele durch den Verein EWiS unterstützt.

Förderprojekt des Vereins

Die Idee für eine zusätzliche Hausaufgabengruppe, speziell für Migrantenkinder, ist aus Schleesselmanns Arbeit in der AG entstanden. „In einer kleinen Gruppe lässt es sich ruhiger und konzentrierter arbeiten. Die regulären Hausaufgabengruppen haben oft an die 2O Kinder, manchmal sogar noch mehr. Gerade Kinder mit Migrationshintergrund haben einen erhöhten Hilfebedarf, um sich den Wortschatz zu erarbeiten. Da es aber keine zusätzlichen Kapazitäten im Schulbudget gab, habe ich EWiS angesprochen. Aus meiner Sicht ist dieses Angebot ein perfektes Förderprojekt für den Verein“, erläutert Christina Schleesselmann. Das bestätigt Vorsitzende Ingrid Kohnert: „Das ist gelebte und geförderte Integration. Die Sprachförderung ist ein Kernprojekt unseres Vereins, auch für Erwachsene. Unsere Sprachpaten sind einmal wöchentlich auch im Café Mittendrin bei der Freien evangelischen Gemeinde und im Haus der Vereine im Einsatz. Wir finanzieren nicht nur die Stelle von Christina Schleesselmann, die sich mit viel Herzblut und Idealismus einsetzt, sondern unterstützen auch die Anschaffung von Verbrauchsmaterial und Schubladenheften.“

Unterstützende und Spenden willkommen    

Beide hoffen sehr, dass dieses Projekt auch künftig fortgeführt werden kann. „Es wäre großartig, wenn sich noch mehr Unterstützende finden würden, sei es in Form von Spenden und auch gerne durch ehrenamtliche Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung. Das muss nicht verbindlich zu allen Terminen sein. Auch meine 14-jährige Tochter hilft gerne mal mit aus“, berichtet Schleesselmann.

Eine Kontaktaufnahme ist über den Verein EWiS (https://www.ewis.care/) möglich, auch was Spenden angeht – Stichwort ,,Spielend lernen unterm Regenbogen.“ Auch die Samtgemeinde Sittensen unterstützt den Flüchtlingshilfeverein mit einem Zuschuss von 5000 Euro jährlich. (hm) Fotos Meyer

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