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15. Dezember 2025

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Haushaltsentwurf der Samtgemeinde stabil im grünen Bereich

Sittensen. „Wir liegen vollständig im grünen Bereich. Geduld und Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt.“ Mit dieser mehr als erfreulichen Nachricht läutete Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller sichtlich froh gestimmt die Vorstellung des ersten Verwaltungs-Haushaltsentwurfes 2026 der Samtgemeinde Sittensen ein. „Das Zahlenwerk ist noch stabiler als im Vorjahr“, wusste er den Mitgliedern des Finanzausschusses mitzuteilen. Und: Aufgrund dieses positiven Ergebnisses schlug er eine Senkung der Samtgemeindeumlage um einen Punkt von 66 auf 65 von Hundert vor. „Das ist vertretbar und hält der Haushalt aus. Wir können trotzdem gestalten. So können wir als Samtgemeinde den Mitgliedsgemeinden zumindest ein bisschen helfen“, verdeutlichte er.

Ziel ist es nach seinen Worten, die Samtgemeindeumlage weiter zu senken. Aber: Keller machte auch deutlich, dass weiterhin Ausgabendisziplin gefordert sei. So beläuft sich der Schuldenstand zum Ende des Jahres auf rund 38 Millionen Euro. „Die Schulden bleiben und wir werden auch weitere machen müssen. Wir haben Geld ausgegeben, aber nicht aus dem Fenster geworfen. Gemeinsam haben Verwaltung und Rat bei den Investitionen Augenmaß walten lassen. Die unglaubliche Entwicklung der Steuerkraft von sechs Millionen im Jahr 2011 auf 22 Millionen Euro im Jahr 2026 zeigt, dass die Samtgemeinde mit den Mitgliedsgemeinden Rahmenbedingungen geschaffen hat, um in der Börde erfolgreich unternehmerisch tätig zu sein.“

Das bestätigte Diedrich Höyns, Bürgermeister der Gemeinde Sittensen: „Es ist gelungen, mit der Schaffung von Infrastruktur und einer Attraktivitätssteigerung, Menschen hierher zu locken. Aus dem Tal der Tränen konnte ein stabiler Haushalt entwickelt werden. Das macht Mut für die nächsten Jahre, Dinge anzugehen.“ Auch Nico Burfeind brachte seine Freude zum Ausdruck: „Das gute Ergebnis basiert auf eine totale Gemeinschaftsleistung und zeichnet uns aus. Mit unserer Steuerkraft liegen wir im Landkreis auf Platz drei. Das ist toll. Aber trotzdem müssen die Fachausschüsse mit Augenmaß und Vernunft Ausgaben priorisieren.“ Das sieht Finanzausschussvorsitzender Thomas Miesner ebenso: „Das ist ein Super-Vorschlag der Verwaltung, aber keine Aufforderung, bei den Ausgaben mit dem Gießkannenprinzip vorzugehen.“

Größter Ausgaben-Posten: Kitas und Schulen

Die Details des Haushaltsentwurfes dokumentierte der Samtgemeindebürgermeister anhand von Diagrammen. Die ordentlichen Erträge belaufen sich auf 23,7 Millionen Euro, die Aufwendungen auf 23,2 Millionen Euro. Nach wie vor stellen die Ausgaben für Kitas und Schulen mit knapp 60 Prozent den größten Posten dar.

Hohe Personalkosten

Die Kosten von 12,5 Millionen Euro für aktives Personal machen über die Hälfte des Haushaltsvolumens aus. Mit einkalkuliert ist eine Lohnsteigerung von drei Prozent. „Von den Personalkosten her steuern wir hier einen mittelgroßen Tanker und sind von der Größe her quasi ein mittelständisches Unternehmen“, so Keller. Der größte Anteil der Aufwendungen für Personal entfällt auf den Kita-Bereich. Auch im kommenden Jahr fallen die höchsten Kosten beim Personal an, gefolgt von Abschreibungen, Unterhaltungen, Zinsen, Mieten und Pachten.  

An Investitionen sind von 2026 bis 2029 unter anderem die Freibadsanierung (6,5 Millionen Euro, ein Teil wird über Fördermittel finanziert), die Sanierung des Umkleidetraktes der alten Turnhalle an der Ostetalschule (1,78 Millionen Euro) und umfangreiche Maßnahmen im Abwasserbereich vorgesehen.

Keller zeigte zudem Vorschläge der Verwaltung zu notwendigen Maßnahmen auf. Dabei geht es um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen um zehn Prozent, die Schaffung einer zusätzlichen 50-Prozent-Stelle für die Schulsozialarbeit an der Ostetalschule KGS und die Einrichtung eines Familienzentrums. Die Details werden im Fachausschuss vorgestellt.

Der Verwaltungschef sprach ebenso den gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder an, der 2026 für die ersten Klassen beginnt und sich dann fortsetzt. „Den ersten Jahrgang werden wir noch abfedern können, aber was danach kommt, wird nicht leistbar sein. Das Personal ist nicht dafür da, die Finanzmittel werden ebenfalls nicht ausreichen. Das liegt nicht an uns, sondern an denen, die das beschlossen haben und uns mit der Umsetzung komplett allein lassen“, gab Keller zu verstehen.

Die Fachausschüsse werden nun über das Zahlenwerk beraten, der Bauausschuss führt auch noch eine Bereisung der samtgemeindeeigenen Gebäude durch, um sich einen Eindruck über deren Zustand zu verschaffen.

Foto: Im Haushaltsentwurf stellen die Ausgaben für Kitas und Schulen mit knapp 60 Prozent den größten Posten dar. Grafik Samtgemeinde

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