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Kirche trifft Synagoge: Interreligiöses Konzert in der Kirche

Sittensen. Zu einem besonderen Konzert lädt die Kirchengemeinde Sittensen am Samstag, 21. Februar, 18 Uhr, in der St. Dionysius-Kirche Sittensen ein. Das Programm ist eine Zusammenführung von Musik des Christentums mit der des Judentums, dargeboten von Vertretern beider Richtungen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Musik christlicher und jüdischer Gemeinde sind ein altes unzertrennliches Geschwisterpaar. Während in der orthodoxen Synagoge die Musik traditionell nur vokal vorgetragen wurde, entwickelte sich die christliche Musik zunächst mit großer Nähe zur jüdischen Musik über frühe gregorianische Choräle zu der abendländischen musikinstrumentenreichen Musik dieser Zeit.


Mit dem Aufkommen liberaler jüdischer Gemeinden näherten sich auch die Musiken der jüdischen und christlichen Glaubensgemeinschaften wieder einander an. Seit dem 19. Jahrhundert bereichern in jüdischen Gemeinden Instrumente die Gottesdienste und durch die jüdische Reformbewegung wurde sogar die Orgel in die Synagoge eingeführt und spielt in vielen Gemeinden heute eine wichtige Rolle.

Der musikalische Abend erinnert an die neu gewonnenen Traditionen dieser Reformsynagogen und ihre vielfältigen Gemeinsamkeiten mit der christlichen Musik. Semjon Kalinowsky (Bratsche), die Sittenser Kantorei und Olga Chumikova (Orgel/Klavier) präsentieren eine Mischung kirchlicher und synagogaler Werke von Mendelssohn, Bruch, Lewandowski und weiteren Komponisten. Die Chorstücke unterstreichen die Gemeinsamkeiten der Glaubensgemeinschaften im Gesang, in dem sich der gemeinsame Glaube an einen einzigen Gott sowie gemeinsame Formen der Gottesverehrung und Anbetung widerspiegeln.

Dieses Konzert setzt bewusst einen Nachklang zum 80. Jahrestag zum Ende des zweiten Weltkriegs und des Holocausts. Es steht im Zeichen von Versöhnung und dem gemeinsamen Eintreten für Frieden. Die Verbindung von Kirche und Synagoge im Rahmen dieser Veranstaltung setzt dabei ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung – und für interreligiöse Freundschaft und Verständigung.

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