Klein Meckelsen. Zehn pädagogische Fachkräfte aus Krippe, Kindertagesstätten und heilpädagogischem Kindergarten der Lebenshilfe Bremervörde-Zeven haben sich in den Räumen der Kita „Bunte Wiese“ in Klein Meckelsen erfolgreich weiterbilden lassen und den Abschluss als zertifizierte „Marte Meo Practitioner“ erlangt.
Mit dieser Qualifizierung ist eine pädagogische oder therapeutische Fachkraft darin geschult, durch eine videobasierte Analyse von Interaktionsmomenten im Alltag Entwicklungsprozesse bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen gezielt zu unterstützen. Die Methode, entwickelt von Maria Aarts, fokussiert sich darauf, Stärken zu erkennen und Kommunikation „aus eigener Kraft“ zu verbessern. Der Begriff Marte Meo ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet, „etwas aus eigener Kraft erreichen.”
Ziel ist es, mehr Teilhabe und Inklusion zu ermöglichen. So ist denn auch dieser Zertifikatskurs im Rahmen des Projekts „Miteinander inklusiv! – regional – demokratisch – vielfältig“ durchgeführt worden. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds durch das Programm „Inklusion durch Bildung und Teilhabe“ des Niedersächsische Kultusministeriums.
Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich den erfolgreichen Absolventinnen – sieben aus der Klein Meckelser Kita sowie Teilnehmende aus der Sittenser Kita Weltentdecker, der Kita Waldzwerge in Breddorf und aus der heilpädagogischen Kita der Lebenshilfe – zu gratulieren und der vhs Zeven für den Einsatz bei der Finanzierung des Inklusionsprojektes zu danken. „Ohne das Generieren von Fördermitteln hätte die Samtgemeinde eigene Mittel aufwenden müssen. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ich bin dankbar, dass wir alle an einem Strang ziehen, damit wir gemeinsam weiterkommen.“
Anne Cordes vom Projektteam „Miteinander inklusiv“ der vhs, Janaki David gehört ebenfalls dazu, sprach von einem aufwendigen Fördermittel-Antragsverfahren. „Wir sind trotzdem immer bemüht, verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten sowie thematische Elternabende, Arbeitsgruppen und regelmäßige Netzwerktreffen in den beteiligten Samtgemeinden Sittensen, Tarmstedt, Zeven, die dem VHS-Zweckverband angehören.“ Keller ist derzeit Vorsitzender des Zweckverbandes. Die vhs Zeven engagiert sich stark im Bereich Inklusion und bietet entsprechende Weiterbildungen an.
Die Ausbildung ist in acht Modulen und 48 Unterrichtsstunden von September 2025 bis zum Abschlusstag am 11. Mai erfolgt. Das Fazit fällt bei allen Beteiligten rundum positiv aus. Auch Dozentin Iris Weber ist voll des Lobes: „Für alle Teilnehmenden waren es wertvolle Inhalte, die praxisnah und umsetzbar sind. Bei Marte Meo geht es um entwicklungsunterstützende Kommunikation. Aus kleinen Interaktionsmomenten lässt sich viel in der Beziehungsgestaltung ableiten. Marte Meo argumentiert immer aus der Erfahrung und Perspektive des Kindes. Dass wir den Erwachsenenblick auch mal verlassen, macht es besonders.“ Ihr habe es sehr viel Spaß gemacht. Alle seien sehr offen und vertrauensvoll miteinander umgegangen.
Dagmara Stahmer, Leiterin der Kita „Bunte Wiese“ und ebenfalls Kursteilnehmerin, hat bereits festgestellt, dass sich durch die Teilnahme von sieben Kolleginnen aus dem Haus in der täglichen Arbeit viel geändert hat. „Jedes Kind bringt etwas Besonderes mit. Diese Besonderheiten werden einfach viel entspannter gesehen. Durch die Videosequenzen ändert sich der Blickwinkel auf manches Verhalten. Ich nehme mit, dass man kleine Momente mehr genießen soll.“
Eine weitere Teilnehmerin zitiert bei ihrem Resümee ein Zitat der Dozentin: „Gute Momente werden groß gemacht. Das nehme ich auf jeden Fall mit.“ Dass durch einfache Mittel viel Unterstützung möglich ist, ist ein weiterer Punkt, der in der Abschlussrunde zum Ausdruck kommt. „Der Blick auf das Kind wird neu und intensiver, was die Arbeit für uns und die Kinder entspannter macht. So ergeben sich auch neue Zeitfenster“, bilanziert eine weitere Teilnehmerin. Die gruppenübergreifende Arbeit von der Krippe bis zur Elementargruppe wird ebenso als Vorteil angesehen. „Bei Marte Meo hat man etwas Praktisches an die Hand bekommen, was sich leicht im Alltag umsetzen lässt“, so ein weiteres Fazit aus der Runde. Und es wurde klar der Wunsch geäußert, dass diese Fortbildung vom gesamten Team absolviert wird.
Dagmara Stahmer richtete abschließend noch einen Dank an ihr Mitarbeiterteam: „Alle haben mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass diese Fortbildung hier bei uns umgesetzt werden konnte.“
BUZ: Dozentin Iris Weber (links) mit den erfolgreichen Absolventinnen sowie dem vhs-Inklusionsteam Janaki David und Anne Cordes (rechts), Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller und vhs-Leiterin Andrea Stephan (hinten). Foto Meyer