Sittensen. Mit Stephanie Kostov hat eine erfahrene Pädagogin und langjährige Mitarbeiterin die Leitung der Kita Unter’m Regenbogen in Sittensen übernommen. Im Gespräch, bei dem auch Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller dabei ist – die Samtgemeinde Sittensen betreibt insgesamt sechs Kitas in der Börde – berichtet die 45-Jährige von ihrem Werdegang, ihren pädagogischen Vorstellungen und ihrer Vision von einem funktionierenden Kita-Betrieb.
Seit wann sind Sie in der Einrichtung tätig und was hat Sie motiviert, Leitungsverantwortung zu übernehmen?
Ich bin seit 2003 bei der Samtgemeinde als Erzieherin angestellt. Ebenso lange arbeite ich in der Kita Unter’m Regenbogen. Ich habe 2004 die Ganztagsgruppe mit aufgebaut, fünf Jahre in der Integrationsgruppe gearbeitet und 2017 die stellvertretende Leitung übernommen. Damit habe ich immer mehr Einblicke in den Leitungsbereich gewinnen können und auch eigene Arbeitsbereiche übernommen. Als der Leitungswechsel anstand, war für mich klar, dass ich Verantwortung übernehmen, gestalten und die Kita weiterentwickeln möchte. So habe ich also im März 2025 die Leitung unserer Kita übernommen.
Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller ergänzt: Im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen kam es dazu, die Stelle der Leitung neu zu besetzen.
Welche pädagogischen Schwerpunkte setzen Sie und was möchten Sie weiterentwickeln?
Vor allem möchte ich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden weiterentwickeln – unter unserem Motto: Das Beste an uns sind wir. Das beziehe ich zwar in erster Linie auf die Mitarbeitenden, aber auch auf die Kinder und die Eltern. Mir ist es sehr wichtig, auf allen Ebenen eine offene und wertschätzende Kommunikation zu führen und so gemeinsam zu wachsen. Wir haben hier tolle Voraussetzungen und damit das Potenzial, weiterzuwachsen.
Wie stellen Sie sich die optimale Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterteam, Kindern und Eltern und natürlich auch mit dem Träger vor?
Ich möchte, dass unser Motto noch mehr lebt. Dazu habe ich Mitarbeitergespräche geführt und Zielvereinbarungen getroffen. Mir ist es wichtig, ressourcenorientiert zu arbeiten. Das Mitarbeiterteam soll das Gefühl bekommen, sie können etwas bewegen und auch selbst etwas gestalten. Immer im Hinblick auf das Konzept, das wir im Team weiterentwickeln wollen. Im Moment stehen noch die Mitarbeitenden im Fokus. Sie kommen gerne, es herrscht eine warme und herzliche Atmosphäre im Haus. Wir haben eine Prozessbegleitung mit Gabriele Schulz bekommen, die Coaching und Supervision für Kitas durchführt. Ich bin dem Träger sehr dankbar für diese Möglichkeit und die finanzielle Unterstützung, denn allein hätte ich das nicht schaffen können, weil es viel aufzuarbeiten gab.
Haben Sie Veränderungen vorgenommen und was bleibt bestehen?
Wir wollen uns öffnen, auch in den Gruppen und voneinander profitieren, auch was Fort- und Weiterbildungen angeh,. Die stellvertretende Leiterin Ria Remstädt hat sich zum Beispiel fortgebildet als Übergangskoordinatorin für Grundschule und Sprache und bietet das auch gruppenübergreifend an. Ich selbst habe eine Weiterbildung zur Fachwirtin für Kitas absolviert.
Auch die Eltern sollen mehr mit ins Boot geholt werden. Sie sollen sich mitgenommen fühlen. Wir haben auch ein Personalmeter eingerichtet, um mehr Transparenz zur Betreuungssituation zu schaffen. Es soll ein gutes Miteinander und kein Gegeneinander herrschen.
Was haben Sie sich für das kommende Jahr vorgenommen?
Auf unserer Agenda steht ganz oben die Überarbeitung unserer Konzeption. Dass wir uns auf zwei Schwerpunkte, Sprache und Bewegung, konzentrieren. Wir streben auch einen Studientag zur Elternarbeit an und möchten gerne in unserem Haus ein Sexualkonzept entwickeln – in Abstimmung mit den Eltern natürlich.
Die Kinder sollen sich bei uns aus sich heraus entwickeln und nicht befüllt werden. Ich möchte eine Feedbackkultur einführen, um die offene und wertschätzende Kommunikation zu unterstützen. Dabei darf man auch äußern, was vielleicht nicht so gut läuft.
Wie groß ist das Mitarbeiterteam?
Derzeit haben wir mit Vertretungskräften 16 pädagogische Fachkräfte in Voll- und Teilzeitbeschäftigung. Auch die Zusammenarbeit mit den Servicekräften soll gefördert werden, denn alle sollen an einem Strang ziehen. Ich fühle mich auch mit Wort und Tat sehr gut vom Träger unterstützt.
Bauliche Veränderungen
An dieser Stelle lenkt Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller den Blick auf die Essenssituation in der Einrichtung: „Es ist völlig unstrittig, dass diese aufgrund der räumlichen Gegebenheiten verändert werden muss. Die notwendigen, baulichen Veränderungen haben wir im Blick, der Bauausschuss wird darüber beraten und sich im Rahmen seiner Bereisung vor Ort einen Überblick verschaffen. Die Politik muss entscheiden, ob nur ein Speiseraum neu entstehen oder eine große Lösung in Form einer zusätzlichen fünften Gruppe geschaffen wird. Wir freuen uns, dass wir die Leitungsfunktion mit Frau Kostov so gut besetzen konnten. Wir sind daher sehr positiv gestimmt, auch für die Zukunft.“ (hm) Fotos Meyer

