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Neue HIV-Ambulanz schließt Versorgungslücke in der Region

Rotenburg (Wümme). Menschen mit einer HIV-Infektion erhalten im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg ab sofort eine spezialisierte, ambulante Anlaufstelle: Unter der Leitung von Dr. med. Christian Hohmann wurde eine neue HIV-Ambulanz eingerichtet. Das Angebot ist organisatorisch dem Institut für Anästhesie und Intensivmedizin unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. W. Alexander Osthaus angegliedert und soll die Versorgung von Betroffenen in der Region nachhaltig verbessern.

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) greift das menschliche Immunsystem an. Dank moderner Therapiemöglichkeiten ist die Infektion heute jedoch sehr gut behandelbar. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung haben Betroffene in der Regel eine nahezu normale Lebenserwartung. Zudem kann die Viruslast durch Medikamente so weit reduziert werden, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

„HIV ist heute längst keine Erkrankung mehr, die automatisch mit einer schlechten Prognose verbunden ist. Mit den verfügbaren Therapien können die meisten Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen. Dennoch erleben viele Menschen noch immer Vorurteile und Berührungsängste. Umso wichtiger sind eine wohnortnahe, qualifizierte medizinische Betreuung und Aufklärung, denn die Erkrankung ist allgegenwärtig“, sagt Dr. Hohmann, Leiter der neuen HIV-Ambulanz am Diakonieklinikum. Er ist Oberarzt im Institut für Anästhesie und Intensivmedizin, Facharzt für Innere Medizin und einer der wenigen deutschlandweiten Fachärzte für Infektiologie und hat dafür auch die Weiterbildungsermächtigung bekommen. Zusammen mit Dr. med. Max Fröhlich leitet er die Intensivstation des Diakonieklinikums.

Das neue Angebot richtet sich an Patienten, bei denen erstmalig oder bereits eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde. Die Ambulanz gewährleistet die fachärztliche Weiterbetreuung. Die Verordnung der Medikamente ist an hohe Auflagen geknüpft und bedarf daher spezieller Fachärzte. Dadurch müssen Patienten häufig weite Wege auf sich nehmen. „Mit der Einrichtung der HIV-Ambulanz schließen wir eine wichtige Versorgungslücke in unserer Region. Unser Ziel ist es, Betroffenen eine kontinuierliche medizinische Begleitung anzubieten und ihnen diese langen Wege zu ersparen“, erklärt Prof. Dr. Osthaus. „Gerade bei chronischen Erkrankungen wie HIV ist die kontinuierliche ambulante Betreuung ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg.“

Zudem hat Dr. Hohmann auch die Zulassung für die Präexpositionsprophylaxe: Risikogruppen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, können eine schützende Medikation verordnet bekommen.

Das Diakonieklinikum stärkt mit dem neuen Angebot zugleich seine infektiologische Kompetenz und erweitert das medizinische Versorgungsspektrum für eine Patientengruppe, die auf eine spezialisierte Betreuung angewiesen ist.

Für die Vorstellung in der HIV-Ambulanz benötigen Betroffene eine Überweisung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt. Termine in der HIV-Ambulanz können telefonisch vereinbart werden unter 04261 77 – 52 93 oder per E-Mail an HIV-Ambulanz.DKR@agaplesion.de.

BUZ: Dr. med. Christian Hohmann ist Leiter der neuen HIV-Ambulanz im Diakonieklinikum. Foto Diakonieklinikum

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