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7. Februar 2026

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Neue Klimaschutzmanagerin will Akzeptanz und Motivation schaffen

Sittensen. Mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) sind im Jahr 2019 die Klimaschutzziele in Deutschland erstmals verbindlich festgelegt worden. Die Emissionen sollen bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Bis zum Jahr 2045 soll eine Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden.

Ein hehres Unterfangen. Viele Kommunen haben Stellen für das Klimaschutzmanagement geschaffen. Auch die Samtgemeinde Sittensen. Seit dem 10. Dezember ist < in Vollzeit als Klimaschutzmanagerin angestellt.

Während ihrer zunächst auf zwei Jahre befristeten Zeit will sie eine Treibhausgasbilanz erstellen, konkrete Ziele definieren und mit lokalen Akteuren Strategien umsetzen. Ihr Fokus liegt dabei auf Transparenz, eine realistische Zielentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Klimaschutz positiv darstellen

Wert legt sie auf eine freundliche Diskussion. Denn: Die 33-Jährige weiß, dass Klimaschutz nicht nur eine große Aufgabe ist, die viele Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch ein Thema ist, das oft emotional behandelt wird und zum Teil auch negativ behaftet ist. „Veränderung macht oft Angst, wird als zusätzliche Belastung empfunden oder mit Einschränkungen und hohen Kosten verbunden. Ich möchte Klimaschutz wieder positiv besetzen: Als Chance für bessere Lebensqualität, eine gesunde Umwelt und zukunftsfähige Entwicklung. Jeder kann mit kleinen Schritten im Alltag etwas dazu beitragen. Ich sehe mich als zentrale Schnittstelle und Netzwerkerin für lokale Klimaschutzmaßnahmen“, gibt die promovierte Projektmanagerin zu verstehen.

Dr. Ya-Qing Zhan kann eine bemerkenswerte Agenda vorweisen. In Taiwan geboren und aufgewachsen hat sie nach ihrem Abitur an der „Senior High School Diploma“ ihren Bachelor in Kultur- und Kreativwirtschaftsmanagement an der National Taipei University of Education in Taipei, Taiwan, absolviert. Es folgt der Master in Literatur. Da sie gerne im Ausland studieren oder arbeiten wollte, ergreift sie 2020 die Chance und geht als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin ans Institut für Geographie an der Exzellenzuniversität Hamburg. In ihrer Forschungsgruppe wird englisch gesprochen, thematisch geht es um die Klimaanpassung auf Inseln. Sie absolviert das englischsprachige Doktorandenprogramm der „CEN School / SICSS (School of Integrated Climate and Earth System Sciences) und schließt erfolgreich mit der Promotion in Geographie (Dr. rer. nat.) ab.

Es schließen sich eine Weiterbildung im Projektmanagement und die ehrenamtliche Arbeit als Projektkoordinatorin im Schulprogramm „Public Climate School“ des Vereins Klimabildung e.V. an. Die Klimabildung ist ihr denn auch ein besonderes Anliegen und möchte sie in Schulen, Kindergärten und Gesellschaft bringen.

Neben den Muttersprachen Taiwanesisch und Chinesisch spricht sie englisch und deutsch. In Hamburg hat sie eine Sprachschule besucht und bildet sich nach wie vor in Deutsch weiter. Über japanische Sprachgrundkenntnisse verfügt sie ebenfalls.  

In Hamburg hat sie sich einen Freundeskreis aufgebaut. Um ihre sozialen Kontakte weiterhin pflegen zu können, wollte sie auf ihrem weiteren beruflichen Weg gerne im Hamburger Umfeld bleiben. Die Stellenausschreibung der Samtgemeinde Sittensen zum Klimaschutzmanagement fiel ihr ins Auge und weckte ihr Interesse.

Zum Bewerbungsgespräch hatte sie schon ein erstes Konzept erstellt. Das kam bei Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller gut an. Ihm ist Ya-Qing Zhan dankbar, dass er den Dienstantritt so gelegt hat, dass sie noch vorher ihre Eltern und Familie in Taiwan besuchen konnte, die sie zwei Jahre nicht gesehen hat.

Akzeptanz und Motivation schaffen

In Sittensen hat sie bereits eine Wohnung gefunden und fühlt sich sehr wohl. „Die Menschen sind freundlich und zugewandt. Beim Spazierengehen wird gegrüßt, dass ist in der Großstadt eher nicht so“, freut sie sich. Das Tister Bauernmoor hat sie auch schon erkundet und sich im örtlichen Sportverein angemeldet. Auch von den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus fühlt sie sich gut aufgenommen. „Alle stehen mir sehr hilfreich zur Seite“, betont die 33-Jährige.

Welche Projekte sie zunächst anschieben möchte? „Alle relevanten Emissionsdaten der kommunalen Liegenschaften erfassen und auswerten. Die Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern und handelnden Akteuren der Bereiche Energieberatung, Klima- und Umweltschutz forcieren.“ Wichtig ist es ihr, Akzeptanz und Motivation zu schaffen.  „Der Beteiligungsprozess nimmt große Bedeutung ein. Denn so erfahren wir, was den Bürgerinnen und Bürgern wichtig ist und welche Anregungen und Wünsche sie haben“, erklärt die Klimaschutzmanagerin.

Digitale Ideenkarte Klimaschutz

Eine effektive Möglichkeit der Beteiligung ist die digitale Ideenkarte Klimaschutz, die sie etablieren möchte. Sie stellt die Umrisse des Gemeindegebietes dar. Interessierte können online ihre Ideen, Vorschläge und Wünsche zum Thema Klimaschutz einbringen. Daraus kann ein Maßnahmenkatalog entwickelt und in das Klimaschutzkonzept eingebunden werden.

„Mit diesem Tool hat die Öffentlichkeit die Chance, den lokalen Klimaschutz aktiv mitzugestalten“, so Ya-Qing Zhan. Außerdem möchte sie Klimaschutz-Workshops veranstalten und sich mit allen Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden zu einem Austausch treffen.

Damit nicht nur reagiert, sondern auch proaktiv gehandelt werden kann, sucht sie auch nach passenden Förderprogrammen. (hm)

BUZ: Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller freut sich über das Engagement seiner neuen Mitarbeiterin, Dr. Ya-Qing Zhan. Foto Meyer

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