Scheeßel. Im Gasthaus Götze beginnt zum Jahreswechsel ein neues Kapitel: Zum 1. Januar 2027 übernimmt Margitta Meyer als neue Pächterin das traditionsreiche Haus am Untervogtplatz. Den entsprechenden Pachtvertrag haben die Eigentümer Susanne Jürgens und Bernd Braumüller jetzt mit der neuen Pächterin unterzeichnet.
Für viele Scheeßeler ist Margitta Meyer keine Unbekannte. Sie war über viele Jahre gastronomisch in der Region tätig, zunächst in Appel und später im Scheeßeler Hof. Auch danach blieb sie Scheeßel eng verbunden und engagiert sich weiterhin aktiv im Gewerbeverein Scheeßel (GVS).
„Ich freue mich sehr, wieder in Scheeßel gastronomisch tätig zu sein“, sagt Meyer. „Ich bin hier zu Hause, kenne viele Menschen und bin auch in den vergangenen Jahren immer eng mit Scheeßel verbunden geblieben. Jetzt freue ich mich einfach darauf, wieder selbst Gastgeberin zu sein.“
Am grundsätzlichen Betrieb des Hotels mit seinen zehn Zimmern wird sich zunächst wenig ändern. Allerdings sollen die Zimmer nach und nach renoviert werden. Damit steht das Gasthaus Götze auch weiterhin als Übernachtungsmöglichkeit im Scheeßeler Ortskern bereit.
Deutlich mehr Veränderungen sind im Erdgeschoss geplant. Die vorhandenen Gasträume sollen auch zukünftig für kleine und mittlere Gesellschaften zur Verfügung stehen. Im Sommer und bei gutem Wetter kann das Ganze auch im gemütlichen Götze-Garten stattfinden.
Darüber hinaus hat Meyer eine Idee, die eine Lücke im Scheeßeler Gastronomieangebot schließen soll. Von Donnerstag bis Sonntag soll das Gasthaus abends unter dem Namen „Bei Götze“ ein unkomplizierter Treffpunkt für alle Scheeßelerinnen und Scheeßeler sein.
Eine Weinbar soll es werden – wobei der Begriff weniger die Getränkekarte als vielmehr die Atmosphäre beschreibt. Neben Wein auch Bier – unter anderem frisch vom Fass – soll es auch alkoholfreie Getränke und kleine Speisen geben.
„Mir fehlt in Scheeßel ein Ort, an dem man abends einfach sagen kann: Komm, wir gehen noch mal auf ein Glas zu Götze“, beschreibt Meyer ihre Idee. „Hier kann man spontan vorbeikommen, Freunde treffen, etwas trinken, eine Kleinigkeit essen und einfach gemütlich zusammensitzen.“ Dieses Angebot soll im nächsten Frühjahr starten.
Auch die Eigentümer freuen sich auf die neue Ausrichtung des Hauses. „Für uns ist besonders schön, dass wir mit Margitta eine Pächterin aus Scheeßel gefunden haben, die nicht nur das Hotel weiterführen, sondern auch die Gastronomie wieder mit Leben füllen möchte“, sagt Susanne Jürgens. „An Restaurants gibt es in Scheeßel keinen Mangel. Aber ein gemütlicher Ort, an dem man abends auch einfach nur etwas trinken und zusammensitzen kann, fehlt einfach.“
Bernd Braumüller hebt vor allem Meyers Erfahrung als Gastgeberin hervor. „Wir kennen Margitta schon lange und haben selbst erlebt, mit wie viel Aufmerksamkeit und Freude sie sich um ihre Gäste kümmert. Für mich gehört zu guter Gastronomie vor allem eines: dass man sich willkommen fühlt.“
Für Jürgens und Braumüller war deshalb nicht allein die wirtschaftliche Weiterführung des Gasthauses entscheidend. Sie wünschen sich, dass das traditionsreiche Haus zwischen Kirche, Rathaus und Scheeßeler Hof wieder stärker zu einem lebendigen Ort mitten im Ortskern wird. Foto Braumüller