Sittensen. Der Informationsnachmittag des Seniorenbeirates der Samtgemeinde Sittensen zum Thema „Pflege leichter gemacht“ hat gute Resonanz gefunden. Eingangs der Veranstaltung stellte Moderatorin Anne-Katrin Rathje die Frage, warum dieses Thema gewählt wurde. Demnach fallen die Liegezeiten im Krankenhaus deutlich geringer aus als in der Vergangenheit, so dass deshalb Nachsorge auch zu Hause stattfinden müsse.
Der erste Teil des interessanten Nachmittags wurde von Elise Wigger-Stelter vom Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Rotenburg (Wümme) gestaltet. Die Teilnehmenden erfuhren, dass die Beratungsstelle für gesetzlich Versicherte dem Gesundheitsamt angegliedert ist. Es werden viele Informationen zum Thema Kultur, Bildung, Mobilität und Leben im Alter bereitgehalten.
Wohnerleichterer beraten zum Thema barrierefreies Wohnen. Es wird Unterstützung bei der Beantragung von Pflegebedarf angeboten. Die ratsuchende Person kann auch auf die Begutachtung vorbereitet werden. Beratung zu ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen erfolgt ebenfalls. Angehörige können sich beraten lassen und auch Unterstützung bei einer geplanten Heimaufnahme erhalten.
Wigger-Stelter betonte, dass auch Kontaktlisten zu den verschiedenen Themenbereichen herausgegeben werden. Jede ratsuchende Person entscheidet aber selbstverständlich für sich selbst, ob und welche Hilfen sie annehmen möchte oder auch nicht. Sie wies darauf hin, dass auch Seniorenbegleitungen vermittelt und begleitet werden. Sie gehen zu älteren Menschen, um mit ihnen einkaufen oder spazieren zu gehen oder auch Spiele mit ihnen spielen, ganz nach den jeweiligen Bedürfnissen ausgerichtet. Die Zuhörenden waren sehr überrascht über die Vielfältigkeit des Angebotes des Senioren- und Pflegestützpunktes und hatten von einigen Angeboten bisher noch nichts gehört.
Im zweiten Teil der Veranstaltung erläuterten Ute und Michael Schreiner vom Unternehmen n:aip aus Wohnste ihren Aufgabenbereich. Der Unternehmensname ist die Abkürzung für Netzwerk außerklinische Intensiv- und Palliativversorgung. Beide kommen aus dem Krankenpflegebereich. Ute Schreiner hat 2015 das Unternehmen, das im norddeutschen Bereich aktiv ist und mit der n:aip Deutschland kooperiert, gegründet.
Besonderheit: Es wird ein care:manager eingesetzt, der als Schnittstelle zwischen allen Beteiligten (Klinik, Hausarzt, Pflegedienst oder Angehörige) fungiert. Die Kosten werden mit den Kassen (gesetzlich und privat) abgerechnet, der Dienst ist also für die Patienten kostenlos, aber sehr entlastend, da sie sich um nichts selbst kümmern müssen. Allerdings sind die beiden und ihre weiteren Mitarbeitenden nicht für alle Patientinnen und Patienten im Einsatz. Das Unternehmen hat sich auf die Betreuung von Personen mit bestimmten Krankheitsbildern spezialisiert: schlecht heilenden Wunden, die Ernährung über eine Sonde, einen Port oder Astronautenkost benötigen, die eine Schmerztherapie über eine Schmerzpumpe erhalten, über einen Blasenkatheter versorgt werden oder einen künstlichen Darmausgang haben, .
Die speziell ausgebildeten Kräfte unterstützen auch Pflegedienste und Heime. Es ist jeden Tag im Jahr 24 Stunden täglich jemand telefonisch erreichbar. Denn: Sowohl für die Mitarbeitenden des Unternehmens n:aip als auch des Senioren- und Pflegestützpunktes ist es das Ziel, den Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.
Alle waren sich einig, dass solche Veranstaltungen wichtig sind, um Angebote ausreichend bekannt zu machen und für eine Vernetzung zu sorgen. Der Seniorenbeirat hat viele Flyer und Broschüren, die von den Referenten erwähnt wurden, im Büro des Beirates am Markt in Sittensen ausliegen. Das Büro hat donnerstags von 9.30 bis 12 Uhr geöffnet. Die anwesenden Mitglieder stehen für Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung. Fotos Seniorenbeirat
