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Stolperstein: Grüne laden zum Gedenken ein

Scheeßel. Die Scheeßeler Grünen laden am Montag, 9. November, 17 Uhr, zu einem gemeinsamen Gedenken am Stolperstein für Anna Katharina Meyer in der Schulstraße 5 ein. Wie bereits im vergangenen Jahr soll der Stolperstein gemeinsam gereinigt und damit das Andenken an Anna Katharina Meyer sichtbar gehalten werden. Alle Scheeßelerinnen und Scheeßeler sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen.

„Ein Stolperstein ist klein und kann im Alltag leicht übersehen werden. Umso wichtiger ist es, immer wieder bewusst stehen zu bleiben, den Namen zu lesen und sich mit dem Menschen und seinem Schicksal zu beschäftigen“, so die Scheeßeler Grünen.

Das Gedenken wird in diesem Jahr auch musikalisch begleitet. Andreas und Clara Winterhalter werden sowohl den gemeinsamen Moment an der Schulstraße als auch anschließend das weitere Gedenken im Treffpunkt Scheeßel musikalisch gestalten.

Nach der Reinigung des Stolpersteins und einem Moment des Gedenkens geht es gemeinsam zum Treffpunkt Scheeßel in der Kirchstraße 5. Dort wird Gemeindearchivar Heinz Promann mehr über Anna Katharina Meyer und ihr Schicksal berichten.

Dabei soll der Blick auch über dieses eine Schicksal hinausgehen. Prohmann wird weitere Geschichten von Menschen aus Scheeßel aufgreifen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Verfolgung, Ausgrenzung und Unrecht erfahren haben.

„Gerade heute habe dieses Erinnern eine besondere Bedeutung. Rechtsextreme Strukturen und Einstellungen haben in Deutschland in den vergangenen Jahren wieder an Stärke gewonnen. Auch bei uns im Landkreis Rotenburg ist diese Entwicklung sichtbar: Bei der Kreistagswahl im September erreichte die AfD 15,6 Prozent der Stimmen“, so die Grünen. Umso wichtiger sei es, sich immer wieder bewusst zu machen, wohin Ausgrenzung, Menschenverachtung und die schrittweise Aushöhlung demokratischer Werte führen können. Erinnerung bedeute deshalb nicht nur, zurückzublicken, sondern auch Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.

Die Verbindung von einem konkreten Ort, einem Namen und einer persönlichen Lebensgeschichte mache Geschichte greifbar. Hinter den historischen Ereignissen stehen immer einzelne Menschen, Familien und Schicksale – auch unmittelbar vor der eigenen Haustür.

Mit der Veranstaltung wollen die Grünen dazu beitragen, dass diese Geschichten nicht in Vergessenheit geraten und Erinnerung nicht nur etwas Abstraktes bleibt. Foto: Dieter Hollinde

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