Sittensen. Der Verein zur Förderung der Notfallversorgung (VFN) hat seine Jahreshauptversammlung im Heimathaus durchgeführt. Vorsitzender Berthold Fedtke durfte dazu zahlreiche Gäste aus Verwaltung, Politik und Feuerwehr begrüßen. Er dankte allen Mitgliedern, Spendern und Unterstützern des VFN, ohne die der Verein nicht existieren könne. Der Mitgliedsbeitrag bleibt nach seinen Worten weiterhin stabil.
Nach den üblichen Regularien und der Vorstellung des Kassenberichtes, Entlastung des Vorstandes und der Wahl eines zweiten Kassenprüfers erfolgte die Abstimmung über die neu gefasste Satzung. Dazu gab es ein einstimmiges Votum der anwesenden Mitglieder. Weiteres Mitglied des Beirates ist nun Katrin Herzig.
Dr. Heiko William gab eine Übersicht über die HLW-Schulungen, deren Teilnehmerzahl sich von Jahr zu Jahr gesteigert hat. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 480 Personen unterwiesen, davon alleine 64 Mobile Retter. Zum Mobilen Retter können medizinisch geschultes Personal und Mitglieder der Feuerwehren ausgebildet werden.
Im März hat der Verein das Projekt „Kids save lifes“ in den achten Klassen der Ostetalschule KGS Sittensen erneut erfolgreich durchführen können. In zwei Gruppen wurde den 150 Schülerinnen und Schülern altersgerecht die Herz-Lungen-Wiederbelebung praktisch vermittelt. Alle waren mit Engagement und Freude dabei und können nun ihr Wissen anwenden und auch weitergeben. Einen besonderen Dank richtete Dr. William an alle Beteiligten und Helfer bei den Kursen, deren Aufgaben vor der Durchführung und auch danach sehr vielfältig sind.
Bei dem Wettbewerb des Landes Niedersachen „unbezahlbar & freiwillig“ (Niedersachsenpreis für Bürgerengagement) konnten sich den Ausführungen des zweiten Vorsitzenden zufolge, Oliver Klindworth, ehrenamtlich tätige Vereine oder Personen bewerben. Der VFN habe leider keinen Preis erhalten, wurde jedoch zu einer Veranstaltung nach Hannover eingeladen und in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Olaf Lies mit einer Urkunde bedacht.
Weiterhin hat sich der Verein bei einer Dorfrallye in Elsdorf eingebracht, war beim Jubiläum der Feuerwehr in Wohnste sowie beim Late-Night-Shopping in Sittensen mit einem Stand vertreten.
Zum System der Mobilen Retter präsentierte Klindworth eindrucksvolle Zahlen. Seit dem rettungsdienstlichen Zusammenschluss der Landkreise Harburg und Rotenburg wurden im Jahr 2025 von den 1.451 aktiven Mobilen Rettern 604 Einsätze angenommen. Die durchschnittliche Eintreffzeit hat sich nochmals auf drei Minuten und drei Sekunden verringert. „Die Mitwirkung der Mobilen Retter bei Notfällen stellt eine erhebliche Unterstützung für den Rettungsdienst dar“, wusste Klindworth aus eigener Erfahrung zu erzählen. Auch Dr. William schließt sich dem Dank an den Landkreis an, der die
Einführung der „Mobilen Retter“ erfolgreich umgesetzt hat.
Silke Hinze vom Landkreis Rotenburg (Wümme), zuständig für das Rettungsdienstmanagement, blickte zurück auf die Einführung des AED (Automatisierter Externer Defibrillator) im Jahre 2011 sowie auf die Veränderungen und Fortschritte im Rettungswesen. So hat sich der Landkreis in das System der „Telefonreanimation“ eingekauft. Im Herbst wird der Landkreis eine neue Halbtagsstelle einrichten, die als „vorbeugender Rettungsdienst“ bezeichnet wird. Eine weitere Neuerung wird laut Hinze der gerade von der Bundesregierung beschlossene Einsatz von „Gemeindenotfallsanitätern“ sein.
Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff von den fusionierten DRK-Kreisverbänden Bremervörde und Rotenburg war ebenfalls zu Gast und berichtete von den laufenden Änderungen im Rettungsdienst. So kann ein neu bereitgestellter „Notfallkrankentransportwagen“, NKTW genannt, viele Einsätze übernehmen, die sonst von einem „Rettungstransportwagen“, RTW genannt, gefahren werden müssten, was
eine personelle Entlastung bedeutet. Eine weitere Neuerung ist die Telenotfallmedizin. Dabei wird im Einsatzfall ein Notarzt über Video dazugeschaltet.
Seine Dankbarkeit drückte Eckhoff für den Einsatz der Mobilen Retter aus, durch die gerade im ländlichen Bereich im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes schnelle Hilfe geleistet wird. Eine kleine Überraschung gab es für Dr. William, der von ihm für seine langjährige Tätigkeit als Kreisverbandarzt mit einem Präsent bedacht wurde.
Weitere Gruß- und Dankesworte übermittelten Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller, Kreisbrandmeister Peter Dettmer sowie der Ortsbrandmeister der Sittenser Feuerwehr, Jürgen Stache. Fotos VFN

