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Vortrag über Flucht, Verlust und Neubeginn zieht Publikum in den Bann

Sittensen. Fast wäre am letzten Sonntag die sprichwörtlich fallende Stecknadel im voll besetzten Heimathaus Sittensen zu hören gewesen. Grund: Heiko Schmeichel ist es gelungen, mit seinem beeindruckenden Vortrag zur Geschichte und den Fluchtwegen seiner Familie die über 100 Besucherinnen und Besucher in seinen Bann zu ziehen.

Eine besondere Zeitreise durch die Geschichte seiner Familie: zwei Linien, zwei Wege – und am Ende dieselbe neue Heimat in der Börde Sittensen. Der mütterliche Familienzweig Lottermoser wurde im 18. Jahrhundert als protestantische Familie aus dem Salzburger Land vertrieben und fand zunächst eine neue Heimat in Ostpreußen und Litauen, bevor die Nachkommen im Zuge des Zweiten Weltkriegs in die Börde Sittensen flohen. Besonders nahbar wurden die Erläuterungen Schmeichels durch die Anwesenheit seiner Mutter Berta Schmeichel, geborene Lottermoser, Jahrgang 1933 und seiner Tante Irene Meyer, geborene Lottermoser, Jahrgang 1941, die als Zeitzeugen den Ausführungen gespannt folgten.

Die väterliche Linie Schmeichels stammt ursprünglich aus Friesland, siedelte später nach Zwischenstopps in Brandenburg und an der Ostseeküste ins Gebiet des heutigen Polen über und kam nach dem Krieg ebenfalls in die Börde.

Mit vielen historischen Fotos, anschaulichen Karten und Familienbildern hat Heiko Schmeichel die Geschichte lebendig werden lassen. Eine Erzählung von Flucht, Verlust und Neubeginn, die zugleich auch an das Schicksal vieler Menschen jener Zeit erinnert.

„Man spürt heute ganz deutlich, wie sehr uns die Geschichten unserer Vorfahren berühren“, betonte der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Stefan Tiemann. Der Vortragende und alle Anwesenden waren sich einig: „Das Wissen um die Not der Geflüchteten und ihr Mut macht uns demütig. Und es erinnert uns daran, wie entscheidend es ist, Frieden zu bewahren und verantwortungsvoll zu handeln.“

Der Heimatverein möchte diese mittlerweile schon traditionelle Veranstaltung zu Flucht und Vertreibung am Totensonntag fortsetzen und freut sich über Anregungen, Geschichten oder Gesichter für die nächsten Jahre. Fotos Heimatverein

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