Wohnste. Toller Erfolg: Bei der Deutschen Meisterschaft der Leistungsklasse im Prellball haben sich die Wohnster Damen nach 2023 und 2024 erneut Edelmetall gesichert. Schon die Qualifikation zur „DM“ war nicht selbstverständlich. Das Team von Trainer Jens Hüsing musste in der Hinrunde auf Alena Fitschen verzichten und an allen Spieltagen ohne Ann-Katrin Key auskommen, da beide im vergangenen Jahr Mutter geworden waren. Umso bemerkenswerter, dass die Mannschaft dennoch den Sprung unter die besten Teams Deutschlands geschafft hat.
Am entscheidenden Wochenende in Contwig konnte Hüsing aus den Vollen schöpfen: Neben Key und Fitschen standen Thea von Howe, Alina und Daria Trompeter sowie Jenny Rothfischer im Kader. Besonders Daria Trompeter, die erst zu Saisonbeginn zum Team gestoßen war, überzeugte trotz fehlender Bundesliga- und Meisterschaftserfahrung auf ganzer Linie und verdiente sich einen festen Platz in der Startformation.
In der stark besetzten Bundesliga Nord qualifizieren sich nur die besten fünf Teams für die nationalen Titelkämpfe. Bis zum letzten Spieltag war offen, ob Wohnste dieses Ziel erreichen würde. Am Ende belohnten sich die Spielerinnen mit Platz vier und dem Ticket zur Meisterschaft.
Dort wartete in der Gruppenphase ein anspruchsvolles Teilnehmerfeld: Neben dem bekannten Rivalen TV Grohn trafen die Wohnsterinnen auf die Südvertreter TV Winterhagen, VfL Waiblingen und SV Weiler. Mit deutlichen Siegen gegen Weiler (46:21) und Waiblingen (41:22) sowie zwei hart umkämpften Unentschieden gegen Grohn (29:29) und Winterhagen (27:27) sicherte sich das Team den zweiten Gruppenplatz und damit den verdienten Einzug in die K.o.-Runde.
Im „Vorkreuzspiel“ (entspricht einem Viertelfinale) kam es zu einer besonderen Begegnung: Gegner war ausgerechnet der TV Sottrum – Heimatverein mehrerer Wohnster Spielerinnen und auch von Trainer Jens Hüsing. Die gegenseitige Vertrautheit sorgte für eine spürbar angespannte Atmosphäre. Nach einem zunächst ausgeglichenen Beginn übernahmen die Wohnster Damen zunehmend die Kontrolle, drehten das Spiel bis zur Halbzeit und setzten sich in der Schlussphase entscheidend ab. Mit einem souveränen 35:26-Erfolg war der Halbfinaleinzug perfekt.
Dort wartete mit dem SV Werder Bremen ein echter Hochkaräter. Der Serienanwärter auf Podestplätze ging als einer der Favoriten ins Turnier, davon ließen sich die Wohnsterinnen allerdings nicht beeindrucken. Von Beginn an präsentierten sie sich hellwach, erspielten früh eine Führung und hielten dem Druck der Bremerinnen auch in der Schlussphase stand. Zwar verkürzte Werder zwischenzeitlich noch einmal, doch Wohnste bewahrte die Nerven und brachte den Vorsprung mit 34:29 ins Ziel. Besonders Mittelfrau Thea von Howe glänzte mit einer herausragenden Angriffsleistung und punktete nahezu mit jeder ihrer Angaben.
Dann war es soweit: Finale. Bereits zum dritten Mal nach 2023 und 2024 stand Wohnste im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Gegner war mit dem MTV Eiche Schönebeck der amtierende Titelträger, ein Team, das die Wohnsterinnen in der Liga aber zweimal hatten bezwingen können. Im Finale entwickelte sich ein anderes Spiel. Schönebeck erwischte den besseren Start und erspielte sich früh eine knappe Führung. Zwar blieb Wohnste stets in Schlagdistanz, doch näher als auf drei Punkte kam das Team nicht mehr heran. Am Ende musste man sich mit 24:29 geschlagen geben.
Die Enttäuschung währte nur kurz, denn schnell überwog der Stolz über eine herausragende Leistung: Deutscher Vizemeister. Trotz personeller Ausfälle, trotz Integration einer neuen Spielerin und nach Platz sechs im Vorjahr haben die Wohnster Damen eindrucksvoll bewiesen, dass sie zurück in der absoluten Spitze des deutschen Prellballs sind. Foto MTV Wohnste