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Themenpark „Menschenrechte“ im Dionysius-Park feierlich eröffnet

Sittensen. Die Menschenrechte sind universelle Rechte, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zustehen, unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Religion. Sie sind unveräußerlich, unteilbar und umfassen bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ansprüche. Die wichtigste Grundlage ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948. Grundlage der Erklärung ist im Artikel 1 die Feststellung, dass alle Menschen „frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ sind.

Ein ehrenamtliches Projektteam der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sittensen hat sich dieses mehr als bedeutsamen Themas angenommen und im St. Dionysius-Park bei der gleichnamigen Kirche einen Themenpark „Menschenrechte“ gestaltet. Heute Nachmittag ist er im Beisein vieler Gäste offiziell eröffnet worden. „Unser Ziel ist es, Menschen zu animieren, sich aktiv für Werte wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einzusetzen“, so das Bestreben der Verantwortlichen.

30 Tafeln umfasst die Schau. Jedes Schild zeigt ein Menschenrecht in verkürzter Fassung, einen Gedankenanstoß oder ein passendes Zitat. Ebenso wird das Menschenrecht in einfacher Sprache erläutert. Ein QR-Code leitet weiter zum virtuellen Themenpark. Dort gibt es weitere Denkanstöße, Tagesaufgaben, Fragen zum Thema und jeweils einen Brief an Eleanor Roosevelt, die 1948 die Menschenrechtskommission geleitet hat.

Die Projektgruppe hofft, dass der Themenpark nicht nur von zufälligen Spazierengehenden wahrgenommen, sondern auch von Schulklassen für Exkursionen genutzt wird. Die Umsetzung des Projekts haben zahlreiche Sponsoren finanziell unterstützt und damit ermöglicht.

„Liebe Menschen haben an diesen Tag geglaubt und das Projekt vorangetrieben. Es ist klein angefangen und immer mehr gewachsen. Der Kirchenvorstand hat sich dahinter gestellt, Gemeinde und Samtgemeinde haben das Grundstück zur Verfügung gestellt. Dem Menschenrechtsthema entsprechend bleiben wir hier heute alle beim Du“, gab Stefanie Höper vom Projektteam in ihrer Begrüßung zu verstehen. Stellvertretend für alle Verantwortlichen des Vorhabens sprach sie Johannes Freytag und Claudia Meyer ihren besonderen Dank aus.

Letztere ergriff im Anschluss das Wort: „Der Themenpark soll uns verbinden und keinesfalls spalten. Alle Menschen sollen füreinander eintreten und füreinander aufstehen, denn jeder Mensch hat eine Würde.“ Der 9. November sei bewusst als Eröffnungstag gewählt worden, denn dieses Datum sei mit entscheidenden historischen Ereignissen wie der Fall der Berliner Mauer 1989 und die Reichspogromnacht 1938 verbunden. „Daran wollen wir erinnern, denn wir vergessen viel und schnell“, mahnte sie.

Diedrich Höyns, Bürgermeister der Gemeinde Sittensen, sagte mit Blick auf das trübe Herbstwetter: „Das Thema hätte mehr Sonnenschein verdient, so ist es leider auch um die Menschenrechte bestellt.  Wir müssen unser Gegenüber als Mensch akzeptieren, denn dass ist es, was wir sind, alle Menschen.“

Auch der stellvertretende Landrat Hans-Jürgen Krahn, der die Grüße des Landkreises und des Landrates übermittelte, ging auf die historische Bedeutung des 9. Novembers ein. „Das zeigt uns, wie verletzlich unsere Demokratie sein kann. Das sollte Mahnung und Hoffnung zugleich sein. Menschenrechte sind zu schützen, fördern und im Alltag zu leben.“

„Liebe Familie Mensch“: So läutete Pastor Sven Kahrs sein Grußwort ein. Es sei eine Herausforderung, sich zu erinnern und nicht zu vergessen. „Stellen wir uns dieser. Und sie fängt nicht erst nach dem Lesen an.“ Den aufmerksam lauschenden Gästen gab er die „Goldene Regel“ aus dem Neuen Testament mit auf den Weg: „Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.“

Die Ansprachen wurden musikalisch dem Anlass angemessen mit berührenden Beiträgen von Kirchenmusikerin Olga Chumikova und Dr. Wolfgang Trescher umrahmt. Im Anschluss durften die Gäste an mehreren Führungen durch den Park teilnehmen und erhielten an jedem Menschenrechtsschild zum Nachdenken anregende Impulse. Text/Fotos Meyer 

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