Landkreis Rotenburg. Nach Mitteilung der Polizei ist Anfang der Woche ein Mann aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) Opfer einer sogenannten „Sextortion“ gworden. Demnach hatten Unbekannte Täterinnen oder Täter zunächst das Vertrauen des Mannes gewonnen und ihn im weiteren Gesprächsverlauf dazu bewegt, intime Bilder zu versenden. Anschließend erpressten sie ihn mit der Drohung, die Bilder zu veröffentlichen. Der Geschädigte überwies daraufhin mehrere Geldbeträge in Höhe von insgesamt knapp 1.600 Euro.
Die Masche ist laut Polizei bundesweit bekannt und betrifft vor allem Männer. Dabei wird im Internet eine romantische Beziehung oder ein harmloser Flirt vorgetäuscht, um im Anschluss intime Bilder oder Videos zu erlangen. Die Täter nutzen diese anschließend zur Erpressung. Häufig agieren organisierte Banden aus dem Ausland oder setzen automatisierte Bots ein, um Drohnachrichten zu versenden.
Besonders perfide: Selbst wenn Opfer zahlen, endet die Erpressung oft nicht. Stattdessen folgen weitere Geldforderungen – bis Betroffene nicht mehr zahlen können/wollen und sich schließlich entscheiden, Anzeige zu erstatten.
Polizeisprecher Marvin Teschke: „Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass diese Situation Betroffene belastet. Dennoch möchten wir ausdrücklich ermutigen, sofort zur Polizei zu kommen und Anzeige zu erstatten. Wir raten generell davon ab, den Forderungen nachzukommen. Unsere geschulten Kolleginnen und Kollegen beraten Opfer empathisch und vertraulich.“
Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes empfiehlt klar:
- Verschicken Sie keine Nacktaufnahmen.
- Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
- Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreeinstellungen.
- Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
- Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in (Video-)Chats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen.
Falls Sie bereits erpresst werden:
– Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf.
– Gehen Sie den Forderungen der Erpresser generell nicht nach.
– Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
– Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte können über den Seitenbetreiber über eigens eingerichtete Button gemeldet werden.
– Machen Sie ihr Gegenüber auf die Strafbarkeit der Handlung aufmerksam.
– Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
– Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer lokalen Polizeidienststelle auf und sprechen Sie das weitere Vorgehen ab.