Sittensen. Im Mittelpunkt des 227. Fernfahrerstammtisches der Polizeidirektion Lüneburg, der wieder auf der Raststätte Ostetal Süd an der A 1 stattgefunden hat, standen zwei zentrale Themen der Präventionsarbeit im Schwerlastverkehr: Erste Hilfe und die medizinische Unterwegsversorgung von Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrern.
Unerträgliche Zahnschmerzen, starke, langanhaltende Kopfschmerzen oder plötzliche Rückenschmerzen sind unangenehm und erfordernd zumeist einen Arztbesuch. Dieses kann erst recht zu einem Problem werden, wenn man sich beim Auftreten der Symptome als Fernfahrer auf langer Reise befindet. Nicht selten können, gerade unbehandelte, Erkrankungen oder Verletzungen, die Fahrtauglichkeit einschränken. Die Fahrerinnen und Fahrer könnten unkonzentrierter, abgelenkt oder auf andere Weise eingeschränkt sein und somit eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen. Gerade im Fernverkehr ist der eigene Hausarzt zu weit weg und eine Behandlung entlang der Route zumeist schwierig. Im ersten Schritt müsste an einem fremden Ort ein Arzt gefunden werden, der auch noch einen zeitlich passenden Termin vergeben kann. Und: Vor den meisten Praxen gibt es keine Parkmöglichkeiten für Sattelzüge.
Beim letzten Fernfahrerstammtisch wurden gemeinsam mit den Berufskraftfahrenden die grundlegenden Maßnahmen der Ersten Hilfe besprochen und praktisch geübt. Schwerpunkt waren wichtige Informationen zu Symptomen und Ursachen von plötzlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose. Gerade Berufskraftfahrerinnen und -fahrer können aufgrund ihres „Vielsitzerjobs“ gefährdeter sein, solchen Krankheitsmustern zu erliegen.
Darüber hinaus hat Polizeihauptkommissarin Andrea Möller gemeinsam mit Johannes Brockmeyer den Verein DocStop für Europäer e. V. vorgestellt. DocStop setzt sich für eine Verbesserung der medizinischen Unterwegsversorgung von Berufskraftfahrenden und deren Arbeits- und Lebensbedingungen auf ihren Fahrten ein. Die Anlaufstelle kann mittlerweile europaweit über eine Hotline in Anspruch genommen werden. Es können sowohl Termine vor Ort, unter Angabe von geeigneten Parkmöglichkeiten, als auch telefonische Beratungen vermittelt werden.
Im Nachgang zum theoretischen Teil wurde mit den etwa 20 Teilnehmenden die Durchführung der stabilen Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Verwendung eines AED aufgefrischt und gefestigt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Handlungssicherheit im Ernstfall werden kann und dass es niemals schadet, sein vorhandenes Wissen durch wiederholtes Üben zu routinieren.
Der nächste Fernfahrerstammtisch findet am 4. März unter dem Motto „Umgang mit Gefahrensituationen im Straßenverkehr“ statt. Fotos Fernfahrerstammtisch
