Sittensen. Gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels entwickeln: Das steht hinter der Ideenkarte zum Klimaschutzkonzept der Samtgemeinde Sittensen. Mit einem interaktiven Online-Tool können Bürgerinnen und Bürger Vorschläge zum Klimaschutz direkt auf einer lokalen Karte verorten. Im Fokus stehen Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen.
Das Projekt verantwortet Dr. Ya-Qing Zhan, seit Dezember letzten Jahres bei der Samtgemeinde Sittensen als Klimaschutzmanagerin beschäftigt.
Die digitale Ideenkarte dokumentiert die Umrisse des Gemeindegebietes. Interessierte können online ihre Ideen, Vorschläge und Wünsche zum Thema Klimaschutz einbringen. Daraus soll ein Maßnahmenkatalog erarbeitet und in das Klimaschutzkonzept eingebunden werden.
„Mit diesem Tool hat die Öffentlichkeit die Chance, den lokalen Klimaschutz aktiv mitzugestalten“, betont Ya-Qing Zhan. Und: Einträge können von anderen gesehen und bewertet werden. Will heißen: Nach dem Social-Media-Prinzip kann ein „Like“ hinterlassen werden. „Das gibt uns später in der finalen Bewertung und Priorisierung Unterstützung. Natürlich müssen wir immer schauen, was machbar ist und was nicht und was wichtig ist für das Klimaschutzkonzept“, gibt Ya-Qing Zhan zu verstehen. Trotzdem hofft sie auf eine gute Beteiligung der Öffentlichkeit und viele unterschiedliche Anregungen.
Die Ideenkarte ist in verschiedene Themenfelder eingeteilt und umfasst die Bereiche Bauen, Sanieren und Wohnen, Erneuerbare Energien, Klimaanpassung und Naturschutz, Nachhaltiger Konsum und Ernährung, Wirtschaft, Gewerbe und Handel, Abfall, Abwasser und Ressourcen, Klima-Bildung und Mitmachen, Sonstige Ideen.
Ab sofort ist die Karte bis zum 15. Juni unter https://www.ideenkarte.de/sittensen online abrufbar.
Der Klimaschutzmanagerin geht es darum, lokale Bedarfe zu erkennen, die ihr sonst entgehen könnten: “Die Menschen hier kennen ihre Heimat. Vom Schreibtisch aus kann ich das nicht allein beurteilen. Dazu kenne ich mich auch noch zu wenig aus.“ Um Kontakte zu knüpfen, hat sie bereits Gespräche mit lokalen Akteuren geführt: Energiedienstleister, Schornsteinfeger, Vereine, Schulen, Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden. „So kann ich wertvolles Wissen und Perspektiven gewinnen“, sagt Zhan. Daher sind für sie Anregungen aus der Öffentlichkeit essenziell.
Nach dem Beteiligungsprozess sollen die Ideen in themenbezogenen Workshops diskutiert und weiterentwickelt werden, bevor sie in den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts aufgenommen werden.
Aus den Gesprächen heraus haben sich bereits erste Vorschläge ergeben, die schon auf der Ideenkarte zu finden sind. Dabei geht es unter anderem um Mobilität, Begrünung oder Energieeinsparung. Wichtig ist es, dass es um Maßnahmen geht, die individuell auf die Samtgemeinde Sittensen abgestimmt sind.
Zu den weiteren Aufgaben der Klimaschutzmanagerin gehört auch die Erstellung einer Treibhausgasbilanz. Im ersten Schritt ist sie dabei, relevante Emissionsdaten der kommunalen Liegenschaften aus dem Jahr 2024 zu erfassen und auszuwerten.
Ihr erklärtes Ziel ist es, Akzeptanz und Motivation zu erreichen. „Dafür brauche ich die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern. Aktives, lokales Engagement ist wichtig, um Projekte bündeln und umsetzen zu können“, so der Appell von Ya-Qing Zhan. Text/Foto Meyer
