Sittensen. Feste prägen den Lauf des Jahres ebenso wie den eigenen Lebenslauf. Sie geben Sinn und Struktur. Dabei sind vor allem Dorffeste mehr als einfaches Zusammensein. Es werden Kontakte geknüpft, Sitten und Bräuche bewahrt und an die folgenden Generationen weitergegeben.
Die Sonderausstellung „Feste feiern“, die vom 25. April bis zum 16. August im Handwerkermuseum zu sehen ist, wirft einen Blick auf Traditionen und Feste typisch für die Börde Sittensen – vom großen Erntefest bis zur privaten Feier im kleinen Kreis.
Dem Feiern von Festen kommt vor allem auf dem Land eine wichtige Funktion zu. Sie unterbrechen den Alltag und schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, Identität und Heimat. Eine große Rolle spielen die Orte, an denen die Menschen zum Feiern zusammenkommen. Gerade im ländlichen Raum haben sich diese in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. War früher die Feier auf dem Hof typisch, wurden später die vielen Gaststätten in der Börde zu Orten, an denen die Menschen ihre Feiern begingen. Heute sind viele Gaststätten verschwunden, neue Orte des Feierns nehmen ihren Platz ein.
Zudem schaut die Ausstellung darauf, welche Anlässe in Sittensen und den umliegenden Dörfern gefeiert werden. Sie unterscheidet zwischen zwei Arten von Feiern. Zum einen den öffentlichen Feiern und Veranstaltungen, die gemeinsam begangen werden, wie Disco, Erntefeste oder Ortsjubiläum. Zum anderen den heute eher privaten Feiern wie Geburtstag, Taufe, Konfirmation und Hochzeit. Ein besonderes Exponat ist die restaurierte Sittenser Brautkrone, die als Leihgabe des Museums Kloster Zeven im Rahmen der Ausstellung in Sittensen gezeigt werden kann.
Die Schau lässt ebenso Menschen aus der Börde Sittensen zur Wort kommen, die Einblick in ihre ganz persönliche Art des Feierns geben. Damit beleuchtet die Ausstellung einen Teil der Alltags- und Festkultur in der Börde Sittensen. Was macht das Feste feiern damals und heute aus?
Vor allem die Feste im Kirchenjahr wie Weihnachten, Ostern und das Erntedankfest werden von der breiten Bevölkerung gefeiert. Zudem geben sie dem Jahr bis heute Struktur. Foto Handwerkermuseum