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Energiewende: SPD-Kreistagsfraktion beantragt Einbindung von Biogasanlagen

Landkreis Rotenburg. Die SPD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Rotenburg (Wümme) macht sich dafür stark, Biogasanlagen für die Energiewende zu nutzen und hat einen entsprechenden Antrag an Landrat Marco Prietz gerichtet.

Darin sprechen sich die Sozialdemokraten dafür aus, dass „für eine sinnvolle Umsetzung und maximale Förderfähigkeit ein kreisübergreifendes, regionales Verbund-Projekt unbedingt anzustreben“ sei. So könnten divers vorhandene Kapazitäten im Bereich von Windkraft, Photovoltaik und Biogasanlagen optimal miteinander verknüpft werden.

Zur Begründung wird angeführt, dass kein Landkreis von der Transformation auf dem Gebiet der Erzeugung elektrischer Energie so umfassend betroffen sei wie der Landkreis Rotenburg: Sowohl der Ausbau der Windkraft als auch der Zuwachs an Flächen zur Nutzung von Strahlungsenergie (PV) würden in den kommenden zehn Jahren „die Mega-Aufgabe für die Menschen, die Verwaltung und die Politik im Landkreis“ sein. Der Flächenverbrauch und die notwendigen Baumaßnahmen würden eine erhebliche Herausforderung für die Gesellschaft in unserem Landkreis darstellen. Darum sei es notwendig, dass die Realisierung der Energiewende nicht als Belastung alleine wahrgenommen und manifestiert werde. Vielmehr müsse ein erkenn- und spürbarer Mehrwert für die Menschen im ländlichen Raum im Allgemeinen und im Landkreis Rotenburg im Besonderen generiert werden.

Die SPD-Kreistagsfraktion weist in ihrem Antrag darauf hin, dass der Landkreis Rotenburg die Energiewende besonders bei der Erzeugung elektrischer Energie deutlich spüren werde: „Windkraft und Strahlungsenergie (PV) werden in den kommenden zehn Jahren stark ausgebaut werden. Die Regionalplanung des Landkreises hat dazu hervorragende Arbeit geleistet. Und dennoch wird die Umsetzung eine große Herausforderung für die Beteiligten auf allen Ebenen werden.“

Die aktuell bekannt gewordenen Pläne aus dem BMWE (Bundesministerum für Wirtschaft und Energie) tragen laut SPD einen erschwerenden Anteil dazu bei, den Umbau der Energieerzeugung auf der Ebene des Landkreises geordnet und planungssicher zu gestalten. Es sei zudem nach wie vor unsicher, ob und wie der produzierte Strom regional oder lokal gebraucht oder aber über –aktuell noch nicht ausreichend vorhandene- Strom-Trassen verteilt werden könne. Für Spitzenzeiten bedeute dies, dass Windkraft- und PV-Anlagen aus dem Netz genommen werden (müssen). In Dunkel-Flauten hingegen bestehe die Gefahr einer Strom-Unterversorgung.

Auf der anderen Seite gebe es viele Biogasanlagen (BGA) im Landkreis, denen aufgrund auslaufender Förderung die Stilllegung aus wirtschaftlichen Erwägungen drohe. Insofern beantragt Fraktionsvorsitzender Bernd Wölbern im Auftrage der SPD-Kreistagsfraktion dass der Kreistag beschließen möge, sich „zur Transformation der Energieerzeugung zu bekennenn und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, als Chance zur Entwicklung eines nachhaltigen, dezentralen und technisch breit aufgestellten Energiekonzeptes für den ländlichen Raum zu erkennen.

Der Landkreis Rotenburg möge prüfen, ob die Einbindung vorhandener Biogasanlagen als zukünftige Standorte einer dezentralen Energie-Strategie durch Elektrolyseure und Wasserstoffspeicher technisch machbar und als Kooperation (einer ausreichend großen Zahl) der bestehenden Biogas-Anlagen im Landkreis Rotenburg umsetzbar sei.

Der Landkreis Rotenburg möge über die Bioenergie – Innovations- und Kooperationsinitiative oder ein anderes geeignetes Forum die Gründung eines Wasserstoff-Verbundes zur Umsetzung der Ziele nach Punkt zwei initiieren.

Des Weiteren möge der Landkreis Rotenburg dazu proaktiv die Realisierung eines regionalen, interkommunalen Verbund-Modellprojektes beim Land Niedersachsen und/oder dem Bund beantragen.

Der Landrat werde beauftragt, in Gesprächen mit Nachbar-Landkreisen die Bereitschaft zur kreisübergreifenden Zusammenarbeit für ein maximalstandortgerechtes und ressourcenschonendes regionales Verbundprojektes zu ermitteln.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) solle als Partner bei der Organisation und Planung des Vorhabens gewonnen werden. Notwendige finanzielle Mittel sollen außerplanmäßig zur Verfügung gestellt werden. Grafik SPD

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