Sittensen. Die Parksituation für Wohnmobile in Sittensen ist ein Dauerbrenner-Thema in den politischen Gremien. Die Gemeinde hält einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz bei der Wassermühle mit Platz für sechs Fahrzeuge vor, der ganzjährig nutzbar ist.
Es besteht jedoch deutlich mehr Bedarf. Ein beliebter Platz war bislang die Parkfläche gegenüber der Freien evangelischen Gemeinde in der Mühlenstraße, die auch Besucherinnen und Besuchern des Heimathauses zur Verfügung steht. Wohnmobile dürfen auf öffentlichen Parkplätzen eine Nacht parken – ohne sie als Camping-Standort zu nutzen.
Inzwischen ist dort ein Verbotsschild aufgestellt worden. Unter den Anwohnenden gibt’s dazu unterschiedliche Meinungen. Während einerseits über ein erhebliches Müllentsorgungsproblem geklagt wird, ist andererseits eine „Petition gegen ein Verbot von Parkmöglichkeiten für Wohnmobile am Mühlenteich“ initiiert worden. Ein großer Teil fühlt sich „in keiner Weise von den Wohnmobilisten gestört.“
Nun hat das Thema wieder auf der Agenda des Gemeinderates gestanden. Innerhalb des Gremiums besteht überwiegend Konsens in der Meinung, dass der touristische Vorteil durch die Nutzung der örtlichen Infrastruktur nicht unerheblich ist. „Für einen Ort wie Sittensen ist das durchaus profitabel“, so Alfred Flacke. Auch Thomas Miesner plädiert für mehr Offenheit: „Das ist ein wunderbarer Platz als touristisches Aushängeschild. Wir sollten diese Menschen willkommen heißen.“
Einig waren sich die Ratsmitglieder, dass eine Begrenzung der Flächennutzung erforderlich ist. Klaus Huhn schlug den Einsatz von Bodenhülsen vor, die bei Bedarf im Falle von anderweitiger Nutzung der Fläche, zum Beispiel beim Jahrmarkt, schnell entfernbar seien. Bürgermeister Diedrich Höyns sprach sich dafür aus, Toleranz zu üben, „wenn doch mal jemand seinen Campingstuhl herausstellt, auch wenn es nicht gesetzeskonform ist.“
Wie der Umgang mit Begrenzungsmöglichkeiten und der Müllsituation gehändelt werden kann, wird weiter beraten. Dazu soll auch der Tourow (Touristikverband Landkreis Rotenburg) aufgrund seiner Erfahrungen mit Wohnmobil-Stellflächen eingebunden werden. „Das Verbotsschild muss weg“, fasste Jürgen Sausmikat das Meinungsergebnis zusammen. (hm) Foto Meyer