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Rat genehmigt einstimmig Haushalt 2026

Sittensen. Der Haushalt der Gemeinde Sittensen ist durch hohe Umlagen-Abgaben von einem strukturellen Problem geprägt. Denn: Von sukzessiven steigenden Steuereinnahmen verbleibt nicht viel bei der Gemeinde, da der größte Teil über die Umlagen an die übergeordneten Instanzen – Samtgemeinde, Landkreis – abgeführt werden muss.

Die Genehmigungsfähigkeit ist zwar hergestellt, aber die Rücklagen gehen in den Folgejahren zur Neige. Noch kann das Defizit im Ergebnishaushalt von 1,8 Millionen Euro ausgeglichen werden. Haushalt und Investitionsprogramm hat der Rat jetzt einstimmig genehmigt.

„Wir haben keinen Kredit, der noch in zehn Jahren besteht“, ließ Bauamtsleiter Jörg Schmidtchen wissen. Im Haushalt ist der Gesamtbetrag der vorgesehenen Kreditaufnahmen auf sieben Millionen Euro festgesetzt. Der Schuldenstand der Gemeinde beläuft sich nach seinen Worten zum 1. Januar 2026 auf 8,1 Millionen Euro, wobei die maximale Festschreibung von Krediten bis 2035 läuft, davon fünf Millionen Euro nur bis 2030.

Gemeindedirektor Jörn Keller machte deutlich, dass es für eine Kommune ohne Schulden nicht geht: „Sonst kommt sie nicht weiter. Wir haben hier Wohn- und Gewerbegebiete entwickelt. Am Beispiel der Samtgemeinde, die rund 40 Millionen Euro Schulden hat, sehen wir, was entstanden ist. Gerade im Schul- und Kitabereich. Natürlich müssen sich Zinsen und Tilgung im Rahmen halten. Aber wer sich nicht verschuldet, entwickelt sich auch nicht weiter.“

Bürgermeister Diedrich Höyns pflichtete ihm bei: „Wir waren mutig genug, Dinge anzugehen. Es gab kontroverse Diskussionen, aber trotzdem haben wir gemeinsam weitreichende Entscheidungen getroffen. Das zeichnet unseren Rat aus. Wir haben viel Geld für Grund und Boden und die Erschließung ausgegeben und damit mutig nach vorne geguckt. Nur leider dauern die Planverfahren.“ In der Umsetzung befinden sich aktuell das Gewerbe- und Wohngebiet „Südlich Lindenstraße“ und das Gewerbegebiet Nord IV.  

Detailgenaues Zahlenwerk – Lob für Kämmerer

Jürgen Sausmikat von der Ratsgruppe Bündnis90/Die Grünen/WFB/FDP hatte in der vergangenen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses im Zuge der Haushaltsberatungen kritische Nachfragen hinsichtlich der Transparenz von einzelnen Haushaltspositionen geäußert. Bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses hatte Kämmerer Holger Voges, der dem Bauausschuss krankheitsbedingt nicht beiwohnen konnte, detailliert Auskunft zum Zahlenwerk und auch zu den offenen Nachfragen gegeben. Jedwede Zweifel waren damit ausgeräumt. Jörn Keller stellte sich hinter seine Mitarbeiter: „Es gibt im Landkreis Rotenburg keine Kommune, in der die Verwaltung der Politik einen Haushalt in der Detailgenauigkeit zur Verfügung stellt. Das ist ein zusätzlicher Service, den wir leisten.“ Finanzausschussvorsitzender Thomas Miesner pflichtete ihm sogleich bei: „Das wissen wir wertzuschätzen und sind auch dankbar für diese Form der Zahlenpräsentation. Das ist nicht selbstverständlich. Diese Aufbereitung ist eine großartige Leistung des Kämmerers.“ Mit Beifall stimmten die übrigen Ausschussmitglieder dem zu.   

Im Investitionsprogramm ist neu ein Ansatz von 50.000 Euro für ein zweites Salz-Silo aufgenommen worden. Laut den Ausführungen des Bauamtsleiters ist diese Investition nötig, da die bisherige Fläche des Salzlagerplatzes des Landkreises, der von der Gemeinde in einer Kooperation genutzt werden konnte, nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Das Investitionsvolumen beläuft sich 2026 auf 7,7 Millionen Euro, an Zuweisungen sind 446.100 Euro zu erwarten. (hm)

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